Eine russische Familie, die in Finnland nach ihrer Verfolgung und ihrer Opposition zur Invasion in der Ukraine vor Abschiebung standen, gewann eine gerichtliche Berufung. Nikita Belov und seine Mutter, Olga Belov, erhielten eine Entscheidung, die ihre Fälle zur erneuten Prüfung an die Einwanderungsbehörde verwies. Die Familie hatte sich 2022 in Finnland geflüchtet, nachdem sie von russischen Behörden Aufmerksamkeit erregt hatten, darunter militärische Zustellungen und Drohungen. Sie äußerten sich gegen die umfassende Invasion der Ukraine, was sie zu Ziel von Verfolgung machte.
Die Einwanderungsbehörde Finnlands hatte die Familie innerhalb weniger Wochen abschieben wollen, da sie keine unmittelbare Gefahr bei Rückkehr nach Russland sahen. Die Behörden hatten sie im April vorläufig in Detention genommen, bis die Abschiebung vollzogen werden konnte. Das Verwaltungsgericht hob diese Entscheidung jedoch auf und verwies den Fall an die Einwanderungsbehörde, da neue Beweismittel vorlagen. Diese Beweismittel umfassten Medienberichte in Finnland, Russland und international, welche die Risiken für die Familie verdeutlichten.
Der Fall der Belovs gewann politische Aufmerksamkeit in den Nachbarländern. Politiker der Grünen Partei in Norwegen versuchten letzte Woche, ein Eingreifen zu veranlassen. Sie schlugen vor, dass Norwegen den Familie Asyl anbieten sollte, falls die Abschiebung durchgegangen wäre. Der politische Aktivist Bill Browder, der Kritiker von Putin und Leiter der Globalen Magnitsky-Justizkampagne, bezeichnete den Fall als einen entscheidenden Test für das Engagement Europas zum Schutz jener, die alles riskierten, um gegen Putins Krieg zu protestieren.
Nikita Belov, 25 Jahre alt, verließ seine Stelle als Ingenieur in Moskau, nachdem er erfuhr, dass seine Arbeit mit dem russischen Krieg verbunden war. Seit ihrer Ankunft in Finnland unterstützten Nikita und Olga, 55 Jahre alt, eine pro-ukrainische Haltung und lieferten humanitäre Hilfe für die ukrainischen Streitkräfte. Olga berichtete, dass die richterliche Entscheidung die erste positive Nachricht war, die sie seit vier Jahren erhielten, doch diese wurde von ständiger Unsicherheit überschattet. Sie betonte, dass die Erfahrung tiefe Spuren hinterlassen hatte und sie mit den Konsequenzen rechnen mussten.
Der Rechtsanwalt der Familie erklärte, dass das Gericht die negative Asylentscheidung aufhob, da die Klienten umfangreiche neue Beweise für die Gefahr der Verfolgung geliefert hatten. Browder bemerkte, dass die Entscheidung ein wichtiger Sieg für Nikita und Olga sei, aber dass sie niemals so weit kommen sollten. Er betonte, dass Finnland an der Frontlinie der Verteidigung Europas gegen Putins Aggression stand und es unverhältnismäßig wäre, zwei Personen zurück in Putins Hände zu schicken. Die Behörde Finnlands erklärte, dass nur etwa fünf Prozent aller Entscheidungen jährlich zur erneuten Prüfung zurückgegeben wurden, wobei die Mehrheit dieser Fälle auf neue Informationen der Antragsteller beruhte.