Ryanair änderte ihre Richtlinie bezüglich der Familienplatzierung, doch die versteckten Kosten für die Reise von Kindern blieben erheblich. Einige Fluggesellschaften verlangten Gebühren für die Mitnahme von Kleinkindern, was dazu führte, dass die Gesamtkosten für die Reise eines Säuglings auf dem Schoß des Erwachsenen die Kosten des eigenen Fluges überstiegen konnten. Die Berechnung der Endkosten gestaltete sich für Reisende kompliziert und frustrierend, da verschiedene Gebühren auf die Basis-Flugpreise aufgeschlagen wurden.
Für Kleinkinder galt oft eine Pauschalgebühr, die unabhängig vom Preis des Erwachsenenbilletts erhoben wurde. Während einige Anbieter Rabatte für Kinder über zwei Jahre gewährten, verlangten andere die Kosten eines vollwertigen Erwachsenen. In einem Fall zeigte sich, dass neun separate Gebühren für die Mitnahme eines Babys an Bord erhoben wurden, da diese zusätzlich zu den Erwachsenenpreisen aufgeschlagen wurden.
Die Gebührenstruktur unterschied sich signifikant zwischen den Anbietern. Bei Wizz Air, easyJet und Ryanair galt eine feste Gebühr für ein Kleinkind, unabhängig vom Zielort. Bei British Airways und Virgin Atlantic hingegen berechneten diese etwa zehn Prozent des Erwachsenenbilletts. Diese unterschiedlichen Modelle zeigten, dass die Tarife für Kleinkinder stark variierten.
Für ältere Kinder, die das Alter von zwei Jahren überschritten, galt die Regel, dass sie einen eigenen Sitzplatz benötigten. Die Ticketpreise für diese Altersgruppe unterschieden sich je nach Fluggesellschaft; bei Wizz Air, Ryanair und easyJet entsprachen die Tarife denen der Erwachsenen, während British Airways die Preise bis zum Alter von zwölf Jahren reduzierten. Ein Beispiel zeigte, dass die Kosten für die Mitnahme von Kindern auf dem Schoß weit über einem Drittel des eigentlichen Ticketpreises lagen.
Darüber hinaus bestanden zahlreiche weitere Gebühren, die auf die Reise von Kindern angewandt wurden. Diese umfassten Flugservicegebühren, Abgaben der Zielländer sowie sogenannte „Trägergebühren“ der Fluggesellschaften. Diese unterschiedlichen Kostenfaktoren machten die Gesamtkalkulation komplex. Die Reisekosten hing somit stark von den Zwischenstopps und den jeweiligen Ein- und Ausreisegebühren ab.