Die Bundesregierung vollzog Kürzungen im Haushalt, indem sie ein 760-Millionen-Dollar-Programm zur Kommerzialisierung von Forschungsergebnissen streichte. Diese Maßnahme erfolgte, um andere wissenschaftliche Initiativen finanzieren zu können. Die Entscheidung stieß bei Wissenschaftlern und Universitäten auf heftige Kritik, da sie die Prioritäten der Regierung untergrub.
Der Haushalt sah eine Erhöhung der Mittel für die nationale Wissenschaftsagentur CSIRO sowie zusätzliche Gelder für das Nationale Messinstitut vor. Diese Mittel wurden jedoch durch die Rückführung ungenutzter Mittel aus dem Wirtschaftsbeschleuniger-Programm finanziert. Das Programm, das 2023 eingerichtet worden war, sollte die Überführung von Forschungsergebnissen in wirtschaftliche und soziale Vorteile fördern. Es wurde erwartet, dass die Zahlungen über die fünf Jahre bis 2029–30 um 759,9 Millionen Dollar zurückfielen.
Forscher äußerten große Verärgerung über die gestrichene Finanzierung. Professorin Melanie Davern, Direktorin des Urbanen Observatoriums an der RMIT University, berichtete, dass sie Monate damit verbracht hatte, einen Förderantrag für eine Finanzierungsrunde vorzubereiten, die im März endete. Sie betonte, dass die Kürzung von angewandter Forschung, die erhebliche soziale, wirtschaftliche und ökologische Vorteile hätte bringen können, die Regierungsprioritäten untergrub. Sie erklärte, es gäbe keine Alternativen, die diese Forschung unterstützen könnten.
Die Universitäten Australiens stellten fest, dass der Sektor unter zunehmender Regulierung und Kosten litt, während die Investitionen in Lehre und Forschung nicht mithalten konnten. Der Chef-Executive der Universitäten Australiens bemerkte, dass die Mittel nicht einfach von einem Topf in einen anderen verlagert werden durften. Die Entscheidung, den Wirtschaftsbeschleuniger abzuschaffen, wurde als zutiefst enttäuschend empfunden, da dieses Programm darauf ausgelegt war, australische Forschung in australische Unternehmen und Arbeitsplätze umzuwandeln.
Die Präsidentin der Australischen Akademie der Wissenschaften beschrieb die Umwidmung des Programms als enttäuschend. Sie betonte, dass die Abwesenheit einer substanziellen Erhöhung der staatlichen Investitionen in die Wissenschaft bedeutete, dass mehr investiert werden müsse. Ein Chef-Executive von Science & Technology Australia betonte zudem die wachsende Unsicherheit in der Forschungs- und Entwicklungsbranche, da die Mittel für nicht-medizinische Forschungsförderungen signifikant reduziert wurden. Die Branche sah eine Zukunftsperspektive für ihre Arbeitskräfte nicht mehr.