Der ehemalige Emir Qatars, Sheikh Hamad bin Khalifa Al Thani, starb im Alter von 74 Jahren. Die Regierung des Landes verkündete diesen Tod am Sonntag. Das Büro des Emirs veröffentlichte eine Erklärung, in der den Verlust für die Nation beklagt wurde. Sheikh Hamad war einer der zentralen Gestalter der modernen Katar. Er übernahm die Macht im Juni 1995 durch einen blutlosen Putsch von seinem Vater. 1996 gründete er Al Jazeera, die sich schnell zu einem bedeutenden Namen im internationalen Rundfunk entwickelte.
Seine Herrschaft transformierte die Wirtschaft Qatars in die wohlhabende globale Macht, die das Land heute darstellt. Dies gelang ihm dank der enormen Gasreserven. Seine Vision ermöglichte es Katar, zu einem führenden Produzenten und Exporteur von flüssigem Erdgas zu werden. Durch internationale Partnerschaften und Investitionen, die er vermittelte, entwickelte sich das Land rasant.
Die Ära des Emirs war jedoch auch von Kontroversen geprägt. Die Kandidatur Qatars für die Weltmeisterschaft 2010 stieß auf Kritik. Zudem gab es Bedenken hinsichtlich der Menschenrechtslage und der Gesetze gegen gleichgeschlechtliche Beziehungen. Bei der Organisation der Weltmeisterschaft 2010 engagierte das Land dreißigtausend ausländische Arbeitskräfte. Es berichtete, dass während der Vorbereitung Tausende von Migranten aus verschiedenen Ländern ums Leben kamen.
Sheikh Hamad gründete auch die Katar Investment Authority, welche Kapital in Unternehmen im Ausland investierte. Er sicherte sich zudem einen bedeutenden und umstrittenen Erfolg im Fußball. Das Land erhielt das Recht, die Weltmeisterschaft 2022 auszurichten. Die internationale Gemeinschaft würdigte seine Leistungen. König Charles III. und Königin Camilla priesen seine Dienste als „ausgezeichnet“ an. Premierminister Narendra Modi erinnerte an ihn als einen weitsichtigen Führer, der Katar zu großen Entwicklungs- und Wohlstandsniveaus führte. Er betonte, dass Sheikh Hamad ein wahrer Freund gewesen sei, den er bei seinem letzten Besuch in Katar traf.