Der ehemalige nigerianische Minister Saleh Mamman verlor seine Freiheit. Er wurde zu 75 Jahren Haft wegen Geldwäsche von 33,8 Milliarden Naira verurteilt. Diese Verurteilung galt als selten und stellte eine klare Reaktion gegen Korruption in der westafrikanischen Nation dar. Mamman wurde wegen zwölf Anklagen verurteilt, darunter die Nutzung privater Firmen zur Umleitung von Geldern, die mit staatlich finanzierten Kraftwerken in Verbindung standen.
Die Verurteilung erfolgte außergerichtlich. Die Wirtschaftlichen und Finanzkriminalitätskommission verkündete, dass Mamman seit seiner Verurteilung „außer Dienst“ und „spurlos“ war. Am Montag erließ das Hohe Gericht in Abuja einen Haftbefehl gegen Mamman, der zwischen 2015 und 2021 als Minister für Energie unter dem damaligen Präsidenten Muhammadu Buhari tätig gewesen war.
Mamman führte das Ministerium für Energie in einer Zeit, als die Regierung von Präsident Buhari versprach, die Korruption zu bekämpfen. Er wurde später durch Buhari bei einer Kabinettsanpassung entlassen, nachdem der Präsident eine „unabhängige und kritische Selbstprüfung“ vollzogen hatte.
Während der Verurteilung am Mittwoch verlangte das Hohe Gericht von Mamman die Rückzahlung von 22 Milliarden Naira. Der Fall bildete Teil einer umfassenderen Anti-Korruptionskampagne, die ehemalige Regierungsbeamte ins Visier nahm. Weitere hochrangige Ermittlungen der Kriminalitätskommission betrafen beispielsweise den ehemaligen Justizminister Abubakar Malami und den ehemaligen Minister für humanitäre Angelegenheiten Sadiya Umar Farouq, die beide die Anschuldigungen bestritten.
Die Verurteilung von Mamman entfachte die öffentliche Empörung über die langjährige Stromkrise in Nigeria. Dies geschah besonders, da der ehemalige Minister versprochen hatte, die Situation zu verbessern. Trotz seiner Position als einer der größten Energieproduzenten Afrikas litt Nigeria weiterhin unter chronischen Strommangel, wobei häufige Stromausfälle Haushalte und Unternehmen betrafen.
Viele Haushalte und Firmen verließen sich auf Kraftstoffgeneratoren für die Stromversorgung. Steigende Treibstoffpreise ließen Millionen von Menschen in Not. Die Verurteilung des Ministers verdeutlichte somit die tiefgreifenden wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen, denen sich Nigeria gegenübersah.