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Technologie

Frankreich verließ Palantir-Tools zugunsten nationaler Anbieter

Paris strebte strategische Autonomie im Bereich der künstlichen Intelligenz an

Der französische Premierminister Sébastien Lecornu verkündete, dass Frankreich die KI-Datenwerkzeuge des US-amerikanischen Technologieunternehmens Palantir zugunsten eines nationalen Anbieters aufgeben würde. Diese Entscheidung zielte darauf ab, eine „strategische Abhängigkeit“ zu vermeiden. Lecornu betonte, dass Frankreich seine eigenen Modelle nutzen müsse und keine neuen strategischen Abhängigkeiten im digitalen Bereich akzeptieren könne. Er erklärte, dass man sich nicht auf Werkzeuge verlassen könne, die von ausländischen Mächten entwickelt wurden, und Frankreich müsse seine eigenen Instrumente besitzen.

Die Besorgnis hinsichtlich der Abhängigkeit von US-kontrollierten Technologien wuchs in europäischen Regierungen. Washington beschränkte beispielsweise vor kurzem den Zugang ausländischer Staatsbürger zu den neuesten KI-Modellen von Anthropic. Das Büro von Lecornu teilte mit, dass die französische Geheimdienstagentur DGSI die Palantir-Tools durch jene von der französischen Firma ChapsVision ersetzen würde. Da der langfristige Vertrag des US-Unternehmens jedoch im Jahr 2025 verlängert worden war, sah die Umsetzung dieses Wechsels mehrere Jahre vor sich.

ChapsVision, gegründet im Jahr 2019, erzielte im Jahr 2025 einen Umsatz von 200 Millionen Euro. Das Unternehmen versprach, die „technologische Grundlage“ für viele öffentliche Behörden bei ihren kritischen Datenverarbeitungssanforderungen zu bilden. Die Technologie von ChapsVision, welche Daten sammelte, vorbereitete und analysierte, wurde Berichten zufolge auch von dem internen Sicherheitsdienst des deutschen Bundes (BfV) ausgewählt.

Palantir hatte mit der US-Regierung Software geliefert, um beispielsweise bei der Einwanderungskontrolle oder bei der Identifizierung von Zielen im Konflikt zwischen den USA und Israel zu unterstützen. Kampagnengruppen hatten lange davor gewarnt, dass die Produkte des Unternehmens Risiken hinsichtlich der Überwachung, der Verletzung individueller Freiheiten und des Datenschutzes darstellten. Die deutsche Armee erklärte, die Produkte des Unternehmens nicht mehr zu verwenden. Auch Großbritannien überprüfte den Datenvertrag mit Palantir für den National Health Service nach politischem und parlamentarischem Druck.

Frankreich plante zudem, 655 Millionen Euro in die künstliche Intelligenz zu investieren und einen gemeinsamen Chatbot für alle staatlichen Dienste einzurichten. Es sollte auch ein Chatbot für die staatliche Krankenversicherung Ameli geschaffen werden. Diese Mittel sollten Infrastruktur, Rechenkapazitäten, Forschung und Industriezweige finanzieren. Bereits existierte ein staatliches KI-Tool, das einem Million seiner Verwaltungsmitarbeiter einen Chatbot zur Verfügung stellte. Dieses System basierte auf Modellen des französischen Startups Mistral AI und sollte beispielsweise bei der Beschleunigung von Gerichtsverfahren oder bei der Sicherung von Forschungsgeldern helfen, was die Minister begünstigte, das Sicherheitsrisiko kommerzieller KI-Tools zu bekämpfen.

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