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Wirtschaft

Frankreich verbietet unerwünschte Telemarketing-Anrufe

Konsumenten feiern die Regeländerung, Wirtschaftsverbände beklagten administrative Belastungen

Frankreich verbot unerwünschte Telemarketing-Anrufe. Diese Maßnahme wurde von einer Verbrauchergruppe als eine kleine Revolution für die Vertriebsbranche gefeiert. Seit Dienstag waren Anrufe für Unternehmen in allen Sektoren untersagt, wobei bestimmte Ausnahmen beibehalten wurden. Anrufe durften nur erfolgen, wenn eine Person bereits einen Vertrag geschlossen hatte oder das Unternehmen die vorherige Zustimmung zur Kontaktaufnahme für Marketing erlangt hatte.

Die Verbraucherschutzorganisation Que Choisir Ensemble betonte, dass Ruhe und Gelassenheit ein Recht seien und es Zeit sei, Verbraucher vor unerwünschten Ansprüchen zu schützen. Die Gruppe argumentierte, dass die automatische Annahme erfolgte, dass jemand in seinem privaten Leben ein potenzieller Kunde sei, beendet werden müsse. Diese Entscheidung galt auch für Online-Kommunikation und öffentliche Räume, die von Konsumforderungen überschwemmt seien.

Die Gesetzesänderung löste jedoch Widerstand bei Wirtschaftsverbänden aus. Insbesondere in Marokko, wo der Callcenter-Sektor stark vom französischen Markt abhängig war, befürchteten einige Regierungsvertreter Arbeitsplatzverluste. Ein Minister schätzte, dass die Telemarketing-Beschränkungen bis zu fünfzigtausend Arbeitsplätze kosten könnten, wie ein Bericht der marokkanischen Zeitung Le Matin zeigte.

Auch die Fédération de la Vente Directe (FVD), die Vertretung des französischen Direktvertriebs, kritisierte die Reformen scharf. Sie bemängelten, dass Unternehmen nun schriftliche Zustimmung des Kunden einholen und diese Zustimmung belegen müsse. Diese Anforderungen führten zu zusätzlichen administrativen Lasten für die Betriebe.

Daten zeigten die breite Unzufriedenheit mit diesen Praktiken. Ein parlamentarischer Bericht aus dem Jahr 2025 ergab, dass neunundsiebzig Prozent der Menschen von Telemarketing-Anrufen genervt waren. Zudem berichteten sie, dass sie mindestens einmal pro Woche mit ihren Mobiltelefonen kontaktiert worden seien. Diese Entwicklung zeigte, dass die Gesellschaft eine klare Grenze gegen unerwünschte kommerzielle Ansprache zog.

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