Der französische Botschafter in der Zentralafrikanischen Republik wurde wegen Vorwürfen angeklagt, zahlreiche Frauen in seine offizielle Residenz gelockt zu haben. Frankreich eröffnete infolgedessen disziplinarische Verfahren gegen den Botschafter nach Berichten über Fehlverhalten, welches potenzielle Sicherheitsbedenken aufwarf.
Die Untersuchung erfolgte im Kontext des Versuchs Frankreichs, die Beziehungen zur Zentralafrikanischen Republik wiederherzustellen, da diese in jüngster Zeit durch den wachsenden russischen Einfluss in der ehemaligen französischen Kolonie stark abgenommen hatten.
Die französische Wochenzeitung Le Canard enchaîné berichtete, dass der Botschafter Bruno Foucher zwischen Januar 2024 und März 2026 etwa dreißig Frauen im Alter von zwanzig bis dreißig Jahren in seine Residenz gelockt hatte, wobei einige der Frauen über Nacht dort verblieben. Diese Besuche führten dazu, dass Beamte einen Sicherheitsverstoß meldeten.
Der Botschafter räumte ein, dass er sexuelle Beziehungen zu zwei jungen Frauen pflegte. Die französische Außenministerin erklärte, dass die Ministerium eine administrative Untersuchung in Bangui durchführte und nach Erhalt der Ergebnisse die disziplinarischen Verfahren gegen den Botschafter einleitete. Die Verfahren liefen fort.
Die Außenministerin führte zudem eine Inspektion vor Ort im April durch, welche die Eröffnung der disziplinarischen Verfahren zur Folge hatte. Foucher, ein Karrierediplomat, diente als Botschafter in der Zentralafrikanischen Republik seit 2023 und hatte zuvor in verschiedenen Ländern gedient.
Russland behielt einen starken Fuß in der Zentralafrikanischen Republik, primär durch die paramilitärische Gruppe Wagner, welche eine Schlüsselrolle bei der Sicherung des Landes für den Präsidenten Faustin-Archange Touadéra spielte. Französische Beamte warfen den Russen vor, Anti-französische Stimmung in mehreren afrikanischen Ländern gefördert zu haben. Der französische Außenminister lobte die „vollständige Wiederherstellung der Beziehungen“ zwischen Frankreich und der Zentralafrikanischen Republik bei seinem Besuch in Bangui im März.