Eine 32-jährige Frau wurde nach dreißigsechs Stunden unter Trümmern gerettet, nachdem sie 36 Stunden lang unter den Ruinen eines Gebäudes verfangen war. Das Ereignis folgte auf ein Erdbeben der Stärke 7,4 auf der westlichen Seite Kolumbiens. Daniela Largo wurde in der Stadt Pereira nach einer zehnstündigen Rettungsaktion befreit. Die Feuerwehr gelang es, sie durch einen Tunnel zu erreichen, den sie unter vier Betonplatten gegraben hatten, unter denen sie begraben lag.
Nach den offiziellen Zahlen starben mindestens 188 Menschen infolge des Bebens, während Hunderte weitere vermisst wurden. In Pereira, einer Stadt in der Kaffeeregion Kolumbiens, wurden 79 Todesfälle bestätigt. Diese Zahl stellte die zweithöchste Opferzahl dar, nachdem Cali mit 95 Todesopfern die Spitzenposition innehatte.
Die Rettung der Frau war komplex. Die Einsatzkräfte benötigten die Hilfe von Kollegen aus der Hauptstadt Bogotá und das Katastrophenteam der nationalen Polizei. Sie mussten zwei Tunnel graben, um die Frau zu erreichen. Durch einen Zugang, der von oben gegraben wurde, bekamen sie Largo Sauerstoff. Erst durch einen zweiten Tunnel, der von unten gegraben wurde, gelang es, sie zu befreien.
Die Stadtverwaltung von Cali erklärte eine Nachtruhe und kündigte Patrouillen durch Soldaten in den am stärksten betroffenen Gebieten an. Der Bürgermeister betonte die Notwendigkeit, die Rettungsarbeiten sicher durchzuführen, und versprach, dass alle Anstrengungen unternommen würden, um weitere Überlebende zu finden.
Die seismischen Messgeräte, die dem Epizentrum nahe waren, registrierten eine Erschütterung, die zwischen neunzig Sekunden und zwei Minuten dauerte. Seitdem folgten über hundert Nachbeben. Die Suche nach den vermissten Personen in Pereira, wo neunundzwanzig Gebäude einstürzten, sowie in Cali, wo über zweihundert Menschen gefangen blieben, lief weiter.