Im Devon fand ein Sommerlager des Programms „Seeds of Peace“ statt, das Jugendliche aus acht verschiedenen Ländern zusammenbrachte. Die Teilnehmer, die zwischen 14 und 17 Jahren alt waren, trafen sich in einer Umgebung, die auf den ersten Blick wie ein normales Sommerprogramm wirkte. Hinter den Aktivitäten wie Volleyball und Kunsthandwerk fanden jedoch intensive Gespräche statt, in denen die Jugendlichen ihre persönlichen Erfahrungen, Schmerzen und Traumata teilten. Über den Verlauf von drei Wochen verbrachten sie insgesamt 32 Stunden in Diskussionen über komplexe Themen und versuchten, gemeinsame Grundlagen zu finden.
Das Programm bot Jugendlichen aus Gegensätzen historischer nationaler Konflikte, wie Israel und Palästina oder Indien und Pakistan, eine einzigartige Plattform. Die Organisatoren betonten, dass die Lerninhalte nicht aus Fakten oder Karten stammten, sondern aus den gelebten Erfahrungen der Teilnehmer. Die Leiterin des Programms erklärte, dass es schwierig sei, die gelebte Erfahrung eines anderen zu debattieren, und dass dies der Kern des Lernprozesses sei.
Viele der Teilnehmer beschrieben die Erfahrung als herausfordernd, aber lebensverändernd. Eine junge Frau aus Israel erkannte, dass sie nicht erwartet hatte, dass drei Wochen alles lösen würden, doch sie begann, die Bedeutung des Verständnisses zu erkennen. Eine weitere Teilnehmerin aus Palästina berichtete, dass sie zum ersten Mal Israelis außerhalb von Kontrollpunkten und militärischen Einheiten traf und dabei feststellte, dass die Menschen unterschiedliche Ansichten über ihre Regierungen besaßen, aber dieselben Interessen teilten.
Auch für Jugendliche, die aus den Hauptkonfliktzonen stammten, war die Erfahrung aufklärend. Eine Teilnehmerin aus Belfast äußerte, dass sie durch die Möglichkeit, mit Menschen aus verschiedenen Ländern wie Israel und Palästina zu sprechen, eine größere Fähigkeit entwickelt habe, Menschen nicht so schnell zu verurteilen. Sie empfand eine neue Empathie.
Einige Teilnehmer empfanden die Teilnahme als schwierig. Ein Berater aus Palästina äußerte die Sorge, dass es für manche Menschen wie ein Verrat ihrer Heimat sein konnte, wenn sie versuchten, Frieden mit jenen zu schließen, die sie gleichzeitig bekämpften. Die Organisatoren wiesen darauf hin, dass für effektive Dialoge Sprachkenntnisse erforderlich waren, was die Zugänglichkeit des Programms einschränkte.
Dennoch sahen die Organisatoren den Nutzen des Programms in der zukünftigen Entwicklung der Teilnehmer. Viele ehemalige Teilnehmer wurden zu Politikern, Botschaftern und Wirtschaftsführern, die die während des Programms erworbenen Fähigkeiten in ihre berufliche Laufbahn einbrachten. Das Programm reagierte auf geopolitische Ereignisse, indem es seine Camps an Regionen wie den Balkan, Zypern, Griechenland, die Türkei und Afghanistan anpasste. Die Herausforderung, Menschen über Unterschiede hinweg zu bewegen, blieb bestehen, doch die Möglichkeit, in einem sicheren Rahmen zu lernen, zeigte den Wert solch internationaler Begegnungen.