Der Fuego-Vulkan, welcher zwischen den Regionen Escuintla, Chimaltenango und Sacatepéquez lag, registrierte am Montag eine Zunahme seiner Aktivität. Diese Entwicklung veranlasste die guatemaltekischen Behörden, eine „orange Warnstufe“ auszurufen, welche die zweithöchste Notlage darstellte. Als Reaktion darauf verließen rund vierhundert Menschen ihre Wohngebiete in der Nähe des Vulkans und suchten Schutz in temporären Unterkünften in Alotenango und der Stadt Escuintla. Schulen, welche sich in unmittelbarer Nähe befanden, wurden aufgrund der Gefahr von Ascheabfällen und weiterer vulkanischer Aktivität geschlossen.
Die Eruption des Fuego-Vulkans, dem aktivsten Vulkan Zentralamerikas, intensivierte sich in der Nacht und führte zur Herausgabe der Warnung. Bis Dienstag strömten Lavaflüsse den 3.763 Meter hohen Vulkan hinab, welcher weniger als hundert Kilometer von Guatemala-Stadt entfernt lag. Die Asche stieg sechs Kilometer in den roten Himmel auf. Ein lokaler Bewohner berichtete, dass die Alarmierung bereits am frühen Morgen erfolgte und die Evakuierung notwendig wurde. Dorfbewohner verließen ihre Häuser aus Angst, da sie keine vorherige Warnung erhielten und die Gefahr durch die Lavaflüsse beängstigend war.
Feuerwehrleute transportierten mindestens dreihundertfünfzig Bewohner aus den Dörfern El Porvenir und Las Lajitas in die Gemeinde San Juan Alotenango. Die Evakuierten fanden in einem Gemeinschaftsraum Schutz, wo provisorische Betten aufgestellt wurden. Die genaue Anzahl der Personen, welche in andere nahegelegene Städte gebracht wurden, blieb jedoch unbekannt. Eine Frau im Schutzraum betonte die Notwendigkeit der Selbstevakuierung: „Wenn es irgendeine Chance gab, in ein anderes Haus zu ziehen, wäre dies besser, denn man fürchtet sich ständig, da der Vulkan keine Warnungen gab.“
Das Institut für Vulkanologie des Landes warnte vor heißen vulkanischen Gesteinsströmen, welche die Hänge des Fuego bedrohten, wobei die Gemeinden an den westlichen und südlichen Flanken das größte Risiko trugen. Die Eruption dauerte bis Dienstagvormittag rund einundzwanzig Stunden, obwohl die Intensität nachließ. Die Behörden forderten Präcautionen für den Luftverkehr, jedoch zeigte sich bisher keinerlei Beeinträchtigung des internationalen Flughafens der Hauptstadt. Zudem veranlasste das Bildungsministerium die Aussetzung des Präsenzunterrichts in den Gemeinden innerhalb von zwei Kommunen nahe dem Vulkan.
In den vergangenen Jahren erlebte Guatemala mehrere Massenevakuierungen infolge von Fuego-Eruptionen. Im Jahr 2018 tötete eine gewalttätige Eruption des Vulkans Hunderte von Menschen. Eine weitere Eruption im Jahr 2023 zwang etwa eintausendzwanzigzig Menschen zur Evakuierung. Im Jahr 2018 verstarben 215 Menschen, und eine ähnliche Zahl ging verloren, als Lavaflüsse den Vulkan hinabströmten und ein Dorf zerstörten.