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Wirtschaft

Vorsitzender von Fujitsu zurückgetreten wegen Verhaltensvorwürfen

Skandal um Post-IT-Systeme und interne Verfehlungen

Der Vorsitzende von Fujitsu, dem japanischen Technologieunternehmen, das im Zentrum des Post-IT-Skandals stand, trat zurück. Dies geschah nach Kenntnis des Verwaltungsrates über „unangemessenes Verhalten“ von Herrn Hidenori Furuta. Das Unternehmen teilte am Dienstag mit, dass Furuta nach zwei Jahren in dieser Funktion zurücktrat. Die Unternehmensleitung informierte in einer Börsenmitteilung, dass der Verwaltungsrat das unangebrachte Verhalten zur Kenntnis nahm und anschließend eine Bitte von Herrn Furuta zur Rücktritt als Direktor am 16. Juni erhielt. Fujitsu zog Furutas Kandidatur als nicht-exekutiver Direktor bei der jährlichen Hauptversammlung der Aktionäre dieses Monats zurück.

Dieser Vorfall stellte den jüngsten Skandal bei Fujitsu dar, welches fehlerhafte Software an die Post in Großbritannien geliefert hatte. Dies führte dazu, dass Tausende von Post-Betreibern fälschlicherweise der Veruntreuung von Geldern beschuldigt wurden, wobei neunhundert Personen wegen Diebstahls und falscher Buchführung verurteilt wurden. Das Unternehmen verhandelte eine Einigung mit der britischen Regierung, leistete jedoch noch keinen Beitrag zur Schadensersatzforderung von 1,5 Milliarden Pfund für die Opfer, die von britischen Steuerzahlern getragen wurde. Das Horizon-System wurde nun durch die Implementierung eines neuen Rechnungssystems durch die Managementberatung Accenture und die Softwareplattform OneView Commerce ersetzt.

Als größtes IT-Dienstleistungsunternehmen Japans erwartete man, dass Fujitsu eine führende Rolle in den Bemühungen des Premierministers Sanae Takaichi spielte, um in den Bereichen künstliche Intelligenz voranzukommen und die Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten zu verringern. Furuta wurde 2024 zum Vorsitzenden ernannt, nachdem er verschiedene Positionen innehatte, darunter Chefbetriebsleiter, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Cheftechnologe. Er nahm kürzlich im Rahmen des Japan-EU-Business-Rundtisches in Brüssel mit Mikihito Saito, dem Vorsitzenden des Japanischen Wirtschaftsrats in Europa und stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden bei Fujitsu, teil.

In Japan erlebten mehrere Führungskräfte die Entlassung nach Anschuldigungen unangebrachtes Verhalten gegenüber Frauen. Dazu gehörten Shinji Aoyama, ein stellvertretender Vorstandsvorsitzender bei der Automobilhersteller Honda, der vor über einem Jahr nach einer Anschuldigung unangebrachtem Verhalten bei einem gesellschaftlichen Treffen außerhalb der Arbeitszeit zurücktrat. Auch der größte Ölraffiner in Japan, Eneos, entließ seinen Präsidenten Takeshi Saito im Jahr 2023 wegen angeblicher Verfehlungen bei einem gesellschaftlichen Treffen unter Einfluss von Alkohol.

FujitsuIT-SkandalJapanUnternehmensführung

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