Die Todesfolge des Bootsunfalls in Simbabwe erreichte 68, nachdem weitere zwanzig zwei Leichen geborgen worden waren, berichtete die Polizei am Samstag. Die Fähre stürzte am Dienstag auf dem Kariba-See, der an die Grenze zu Sambia grenzte, kentert. Eine Untersuchung deutete darauf hin, dass das Schiff bei starkem Wind überlastet war, als es umkippte.
Zwölfzehn Kinder waren unter den Opfern des Unglücks, so die Polizei Simbabwes. Es wurde als die tödlichste solche Katastrophe des Landes eingeschätzt. Die meisten Passagiere waren Dorfbewohner und Fischer, die um den See lebten. Die Behörden stellten fest, dass das Schiff zwar für 90 Personen zugelassen war, es jedoch mit 114 Erwachsenen, fünf Besatzungsmitgliedern und einer unbestimmten Anzahl von Kindern gefüllt war.
Die Rettungskräfte konnten am Mittwoch 77 Menschen aus dem Wasser befreien. Zahlreiche Menschen versammelten sich im Distriktkrankenhaus der Seestadt Kariba, um die Leichen ihrer Angehörigen zu identifizieren. Ein öffentliches Gedenkzeremonie fand am Donnerstag vor den Bestattungen statt.
Überlebende berichteten, sie flehten den Fährmann an, umzukehren, da das Schiff kurz nach der Abfahrt Wasser aufnahm. Ein Überlebender erklärte, dass eine Welle das sinkende Schiff trieb und sie es aufnehmen konnten. Viele Menschen wussten jedoch nicht einmal, wie sie die Rettungswesten benutzen sollten, weshalb viele nicht gerettet werden konnten.
Der Kariba-See galt als der größte künstliche See der Welt nach Volumen. Er entstand durch den Staudammung des Zambezi-Flusses in den späten 1950er und frühen 1960er Jahren. Simbabwe und Sambia teilten diesen See, wobei ihre nationale Grenze dessen Zentrum durchquerte. Die Tragödie legte die mangelhaften maritimen Fähigkeiten Simbabwes offen, woraufhin Präsident Emmerson Mnangagwa eine Katastrophenlage erklärte und die Regierung bat, Ressourcen zur Unterstützung der Opfer zu mobilisieren.