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Wissenschaft

Test für Krebs: Große Studie scheiterte an Hauptziel

Ergebnisse der Galleri-Studie zeigen keine statistisch signifikante Reduktion spätstadialer Krebserkrankungen

Ein klinisches Versuchsverfahren für einen multi-krebserkennenden Bluttest scheiterte an seinem Hauptziel. Die Studie, die 142.000 Patienten des National Health Service (NHS) in Großbritannien umfasste, konnte nicht nachweisen, dass die Ergänzung des Tests Galleri zur Standardvorsorge die Diagnose von Krebs in frühere, besser behandelbare Stadien verschob. Die Ergebnisse, die auf der größten randomisierten kontrollierten Studie eines multi-krebserkennenden Tests präsentiert wurden, zeigten, dass das primäre Endpunktziel nicht erreicht wurde.

Die Untersuchung zielte darauf ab, festzustellen, ob die Anwendung des Galleri-Tests bei einer spezifischen Gruppe von zwölf Krebsarten die Diagnose von Krebs in den Stadien drei und vier reduzierte, wenn dieser Test zur Standardvorsorge hinzugefügt wurde. Die Daten, die auf der jährlichen Versammlung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago vorgestellt wurden, lieferten zwar einige ermutigende Entwicklungen hinsichtlich einer möglichen Tumorstadium-Senkung, konnten jedoch die statistische Reduktion der spätstadialen Krebserkrankungen nicht belegen.

Ein hochrangiger Experte des Instituts für Krebsforschung in London äußerte sich skeptisch. Er betonte, dass die Hauptaufgabe der Studie darin bestand, eine allgemeine Reduktion spätstadialer Krebserkrankungen zu demonstrieren, und dass dieses Ziel nicht erfüllt worden war. Er wies darauf hin, dass die Ergebnisse hinsichtlich einer möglichen Reduktion der fortschrittlichsten Krebserkrankungen nach wiederholten Screening-Runden unklar blieben und vorsichtig interpretiert werden mussten. Das Scheitern beim Erreichen des primären Endpunkts stellte den Kern des Problems dar.

Obwohl das Unternehmen Grail, das den Test entwickelte, durch sekundäre Befunde ermutigt wurde – beispielsweise eine Reduktion von 14 Prozent bei den Stadium-vier-Krebserkrankungen –, sahen Experten außerhalb der Studie keine Grundlage für eine flächendeckende Einführung des Tests. Es existierte bisher keine ausreichende Evidenzbasis, um die Implementierung des Galleri-Tests auf Bevölkerungsebene zu rechtfertigen.

Der nationale klinische Direktor für Krebs bei NHS England zeigte sich erwartungsvoll. Er betonte, dass die detaillierten Daten der Studie zur Verfügung standen und zukünftig bei Entscheidungen über die Bedeutung des Tests für den NHS hilfreich sein würden. Die Forschung zeigte zwar das Potenzial für einen Wandel in der Krebsdiagnostik, doch die Ergebnisse der vorliegenden Studie ließen die Implementierung auf breiter Ebene noch aus.

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