John Galliano brach eine bevorstehende große Ausstellung über seine Arbeit als Modedesigner im Metropolitan Museum of Art in New York ab. Die Ausstellung, die für Mai 2027 geplant war, wurde aufgrund von Kritik an Gallianos früherer Verurteilung wegen antisemitischer Äußerungen gestoppt. Galliano erklärte am Montag, dass er nach eingehender Reflexion und Gesprächen mit dem Museum und allen Beteiligten entschieden hatte, dass die Ausstellung zu diesem Zeitpunkt nicht stattfinden sollte.
Der britische Designer war 2011 als kreativer Direktor von Dior entlassen worden und hatte sich in Paris wegen der Misshandlung eines jüdischen Kurators in einem Restaurant schuldig gemacht. Zudem wurde ihm vorgeworfen, rassistische Beleidigungen gegen dessen Freund und eine Verherrlichung Hitlers geäußert zu haben. Galliano entschuldigte sich damals für sein Verhalten und sein Anwalt führte es auf „arbeitsbedingten Stress und multiple Abhängigkeiten“ zurück.
In seiner jüngsten Stellungnahme räumte Galliano die Verantwortung für die durch seine Worte verursachten Verletzungen ein, insbesondere für die Schmerzen, die er den jüdischen und asiatischen Gemeinschaften zufügte. Er betonte, dass eine sinnvolle Wiedergutmachung nicht durch eine Ausstellung oder eine einmalige öffentliche Geste erreicht werde, sondern eine fortlaufende Verantwortung durch Zuhören, Lernen und sein Verhalten über die Zeit. Er erklärte ferner, dass er den herausragenden Beitrag des Kostüminstituts des Museums nicht in den Schatten stellen wollte und respektierte die Ansicht, dass eine Ehrung seiner Arbeit für manche schmerzhaft sein konnte.
Gallianos neue Erklärung erwähnte zudem seine fünfzehnjährige Genesung von Alkoholismus und Sucht. Die Ausstellung sollte auch das Thema für die nächste Met Gala bilden, ein hochkarätiges Event, das am 3. Mai stattfand und mit dem Gedenktag Yom HaShoah (Erinnerung an den Holocaust) zusammenfiel. Anna Wintour, globale Redakteurin von Vogue und Kuratorin des Met Gala, unterstützte Galliano. Sie bezeichnete Gallianos Entscheidung als „sehr mutig“ und eine Maßnahme, die den Charakter des Mannes widerspiegelte.
Andere Stimmen äußerten sich zuvor gegen die Pläne des Museums. Julie Menin, Sprecherin des New Yorker Stadtrats, zeigte sich erfreut über die Entscheidung des Museums, John Galliano nicht zu ehren. Sie betonte, dass die Entscheidung angesichts des aufkommenden Antisemitismus ein „Schlag ins Mark“ für die jüdische Gemeinschaft gewesen sei. Jonathan Greenblatt, Chefunternehmer der Anti-Diskriminierungs-Liga, beurteilte die Ehrung Gallianos als „irreführend“ und betonte, dass der Zeitpunkt entscheidend sei. Er fügte hinzu, dass Galliano letztlich verstand, was das Museum von Anfang an tun hätte. Der Zeitpunkt spielte eine wesentliche Rolle für diese Entscheidung.