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Umwelt

Klimaschutz und Kulturerbe im Konflikt: Gasprojekt in Westaustralien vor Gericht

Umweltschützer verklagten die Genehmigung des Woodside-Gasprojekts wegen seiner Klimawirkung und der Bedrohung für historische Kunst.

Die Albanese-Regierung genehmigte das Gasprojekt von Woodside in Westaustralien. Diese Entscheidung, eines der größten Gasprojekte der Welt zu erlauben, stellte die australische Umweltgesetzgebung vor eine erhebliche Herausforderung hinsichtlich der Bewältigung der Klimakrise. Die australische Naturschutzstiftung (ACF) und die Freunde der australischen Höhlenkunst (Fara) leiteten diese Woche parallele Gerichtsverfahren gegen die Erweiterung des Gasexportprojekts der North West Shelf.

Der Umweltminister Murray Watt hatte das Projekt im Vorjahr genehmigt. Diese Zustimmung stieß bei Naturschützern und den Grünen auf heftigen Widerstand. Die Genehmigung erlaubte dem Gasverarbeitungswerk von Woodside, bis 2070 zu betreiben. Kritiker bezeichneten das Vorhaben als eine „Kohlenstoffbombe“. Laut der ACF würde dies etwa vier Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre freisetzen, was dem jährlichen Emissionsvolumen Australiens über zehn Jahre entsprach.

Das Gaswerk befand sich in unmittelbarer Nähe des Murujuga-indigenen Höhlenkunstkomplexes. Dieser Landschaftsraum umfasste über eine Million Petroglyphen, die bis zu 50.000 Jahre alt waren und die älteste bekannte Darstellung eines menschlichen Gesichts enthielten. Die Industrieemissionen des Werks verursachten Erosionen an diesen Kunstwerken, was durch die Erweiterung des Projekts verschärft wurde.

Die Naturschutzorganisationen argumentierten, dass der Minister die Auswirkungen der Emissionen des Gaswerks nicht ausreichend berücksichtigt hatte, um sie als „wesentliche Ursache“ für Schäden an der geschützten Umwelt anzusehen. Zudem fehlte dem Minister die notwendige Detailtiefe bezüglich des zu verarbeitenden Gases, da es sich um Drittgas von noch nicht genehmigten Projekten handelte.

Fara forderte zudem Aufklärung über Gespräche zwischen Watt und Woodside während der Verhandlungen über die Genehmigung. Sie argumentierten, dass der Minister die Risiken für das Kulturerbe durch das Projekt nicht angemessen identifiziert hatte.

Ein bedeutender Schritt in diesem Verfahren war die Zulassung eines UN-Sonderberaters, um dem Gericht die internationalen Klimaverpflichtungen Australiens darzulegen. Die Beraterin legte in schriftlichen Schriftsätzen die Umweltverpflichtungen Australiens nach internationalem Recht dar. Diese Intervention erfolgte im Kontext der wegweisenden Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs, welche die Pflicht der Staaten festlegte, Schäden am Klimasystem zu verhindern.

Woodside räumte ein, dass die Genehmigung auf einer umfassenden Prüfung beruhte, die von Commonwealth- und westaustralischen Regulierungsbehörden gemäß den gesetzlichen Verfahren durchgeführt wurde. Die Firma erklärte, dass sie keine weiteren Stellungnahmen zu den laufenden Gerichtsverfahren abgeben konnte.

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