Einer der prominentesten Ärzte Gazas erlitt schwere Verletzungen während seiner Inhaftierung in Israel. Seine Anwältin berichtete, dass der Arzt nach achtzehn Monaten ohne Anklage oder Prozess in einer israelischen Haftanstalt fast unkenntlich geworden war und einer unmittelbaren Gefahr für sein Leben ausgesetzt blieb. Hussam Abu Safiya traf sich am 2. Juli mit seiner Rechtsbeistand, nachdem er Ende Juni in das berüchtigte Untergrundgefängnis Rakefet in Israel transferiert worden war.
Der Anwalt Nasser Odeh beschrieb den Zustand des Arztes als kritisch. Abu Safiya litt unter Atem- und Sprechstörungen, war so geschwächt, dass er kaum aufrecht stehen konnte, und zeigte wiederholt Anzeichen des Bewusstseinsverlusts. Er äußerte die Befürchtung, dass er nicht überleben würde und die Situation das Ende darstellte. Odeh zitierte ihn in einer gemeinsamen Erklärung mit Organisationen für Menschenrechte in Israel (PHRI), die seine Freilassung forderten.
Die Inhaftierung Abu Safiyas wurde als Teil eines breiteren Musters israelischer Angriffe auf die Gesundheitsversorgung in der besetzten Palästina dargestellt. Milena Ansari, Direktorin von PHRI für diese Region, betonte, dass die Bedingungen für das Recht der Palästinenser auf Gesundheit systematisch untergraben wurden. Diese Entwicklung erfolgte inmitten einer tiefen humanitären Krise.
Die Situation verdeutlichte sich auch durch den Tod eines vier Monate alten palästinensischen Babys, Ahmad Maarouf Zaid. Das Kind starb, nachdem israelische Kräfte die Familie von einem Kontrollpunkt fernhielten, um einen wartenden Krankenwagen zu erreichen. Die Familie fuhr das schwer kranke Baby auf unbefestigten Straßen nach Ramallah, was die medizinische Versorgung um über eine Stunde verzögerte. Ansari erklärte, dass solche Ereignisse nicht als isolierte Vorfälle betrachtet werden durften, sondern ein Muster widerspiegelten, bei dem die Voraussetzungen für das Recht auf Gesundheit systematisch zerstört wurden.
Abu Safiya war zuvor das Gesicht der Gesundheitsarbeiter, die während des Krieges in Gaza Patienten versorgten. Er wurde unbestimmt in Gefängnissen festgehalten, die von israelischen Menschenrechtsgruppen als Folterlager galten. Odeh berichtete, dass Abu Safiya in Ketziot in Solitary Confinement ohne Erklärung verbracht wurde und dort von Wachen mit Hämmern und Stocks angegriffen wurde. In Rakefet, wo Gefangene in unlüfteten, überfüllten Zellen litten, berichteten andere Inhaftierte von Atemnot und Erstickungsgefühlen, selbst ohne die Verletzungen, die Abu Safiya erlitt.
Obwohl die israelische Gefängnisverwaltung die Anschuldigungen von Odeh als „falsch und völlig unbegründet“ abtat und keine Stellung zu Abu Safiyas Gesundheitszustand vertrat, forderte der Anwalt eine sofortige unabhängige medizinische Untersuchung. Die Todesumstände des Babys unterstrichen die gravierenden Auswirkungen der Blockaden auf die medizinische Hilfe in der Region.