FaktenBlitz
RSS
Zurück zur Übersicht
Politik

Aktivisten der Gaza-Flottille stehen vor Deportation aus Israel

Internationale Kritik folgt auf Video des Sicherheitsministers und Gewaltvorwürfe

Hunderte von pro-palästinensischen Aktivisten, welche nach ihrer Flottille, die symbolische Hilfe nach Gaza transportierte, in Israel festgenommen wurden, standen kurz vor der Ausweisung aus dem Land. Diese Entwicklung folgte auf eine internationale Empörung in Reaktion auf ein Video des rechtspopulistischen Sicherheitsministers Itamar Ben Gvir, welcher Aktivisten zeigte, wie sie mit gebundenen Händen und Füßen verhöhnt wurden.

Die britische Regierung bestätigte am Donnerstag, dass sie den obersten Diplomaten Israels in Großbritannien, die Chargé d’affaires Daniela Grudsky Ekstein, wegen des Vorfalls angerufen hatte. Das britische Außenministerium erklärte, dass diese Maßnahme die „starke Verurteilung“ des Verhaltens von Ben Gvir gegenüber den Teilnehmern der Global Sumud Flottille widerspiegelte. Es wurde zudem äußerte tiefe Besorgnis über die Verhaftungsbedingungen und eine Forderung nach Erklärungen seitens der israelischen Behörden bezüglich der Rechte aller Beteiligten.

Auch andere Staaten, darunter die Vereinigten Staaten, Frankreich, Italien, Kanada sowie Irland, äußerten ihre Verurteilung. Politische Vertreter und Journalisten, die Teil der Flottille waren, wie der italienische Politiker Dario Carotenuto und der Journalist Alessandro Mantovani, wurden am Donnerstag auf dem Flughafen Rom Fiumicino Leonardo da Vinci angekommen. Carotenuto berichtete den Journalisten, dass sie nach ihrer Ankunft in Israel geschlagen worden seien.

Eine israelische Menschenrechtsgruppe, die die Festgenommenen vertrat, teilte mit, dass „schwere, weit verbreitete Verletzungen“ vorlagen und mindestens drei Personen zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht worden seien. Die israelischen Behörden kommentierten diese Anschuldigungen jedoch nicht.

Die Flottille, die von über 40 Ländern mit insgesamt 430 Personen teilgenommen hatte, setzte am Donnerstag von der Türkei aus in See, wobei nur eine symbolische Menge an Hilfsgütern transportiert wurde. Israel wies die Aktion als „Propaganda-Stunt zum Nutzen von Hamas“ ab. Am Montag begann die israelische Marineeinheit, bewaffnete Seeleute begannen, die Flotte in internationalen Gewässern westlich von Zypern abzufangen, etwa 250 Seemeilen von der Küste Gazas entfernt, welche unter einer israelischen Seeblockade stand.

Die britische Regierung äußerte, dass ihre Reaktion „mehr als Worte“ benötigte, da sie empfanden, dass ihre bisherigen Schritte „hohl“ klangen. Es wurde gefordert, dass konkrete Maßnahmen ergriffen wurden, um die Freilassung der britischen Staatsbürger zu ermöglichen und die diplomatischen Bemühungen gegenüber dem israelischen Außenministerium zu klären.

GazaIsraelFlottilleDeportationDiplomatie

Teilen

𝕏 Twitter WhatsApp