Zwei Wochen nach dem Tod ihrer Mutter erhielt der Sohn von Amina Abu al-Kas eine Nachricht, dass die Unterlagen für ihre medizinische Evakuierung bereitstanden. Die Verzögerungen bei der Verlegung von Patienten aus dem Gazastreifen führten zu einer existenziellen Krise. Die Situation verdeutlichte die unerbittliche Realität, mit der sich Patienten in Gaza konfrontierten, wenn sie dringend medizinische Hilfe benötigten.
Die Mutter von Amina litt unter einer aggressiven nekrotisierenden Infektion, für die es in Gaza keine adäquaten Medikamente oder Therapien gab. Die Ärzte verwarben sie von Schmerzmitteln, da diese Magenulzera und Entzündungen verursachten. Die Familie wartete auf die Freigabe, die notwendige Sicherheitsüberprüfung durch Israel und die Annahme durch ein Zielland für die Behandlung. Diese Prozesse verliefen extrem langsam und unvorhersehbar.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtete, dass Amina Abu al-Kas eine der 300 Palästinenser war, die auf medizinische Evakuierungen starben, seit der Waffenruhe zwischen Israel und Hamas im Oktober begann. Tausende weitere Menschen warteten auf Behandlung, sei es wegen Kriegsverletzungen oder Krebs. Die Liste der Evakuierten schwankte ständig, da sich die Zustände der Patienten änderten und Entscheidungen getroffen wurden.
Die Verzögerungen resultierten aus langwierigen Sicherheitskontrollen und den Beschränkungen der israelischen Behörden hinsichtlich der Anzahl der Abfahrten. Patienten mussten Visen für das Zielland beantragen und Sicherheitsprüfungen durch Israel, Ägypten oder Jordanien bestehen. Die Gesundheitsministerin von Gaza erklärte, dass die Hauptursache für die Verzögerungen die langen Sicherheitsprüfungsverfahren und die Grenzen der israelischen Autoritäten seien. Nur wenige Abfahrtswege bestanden, was die Situation verschärfte.
Zudem herrschte ein akuter Mangel an lebenswichtigen Gütern. Obwohl Hilfsorganisationen Anträge für Medikamente einreichten, berichteten humanitäre Mitarbeiter, dass die israelischen Behörden die Versorgung mit wichtigen Medikamenten und Geräten einschränkten. Dies führte dazu, dass Ärzte lebensrettende Medikamente rationierten oder Patienten von Chemotherapie und Dialyse ausschlossen. Die Situation zeigte, dass die Bevölkerung in Gaza keinen Zugang zu den notwendigen Leistungen hatte, die sie nach internationalem humanitärem Recht beanspruchten.
Die Verzweiflung der Patienten manifestierte sich in Protesten. Menschen versammelten sich vor Krankenhäusern, um gegen die Verzögerungen zu demonstrieren. Einige Patienten versuchten, durch den Kauf von Zahlungen zu beschleunigen, was jedoch eine Warnung vor Betrug darstellte. Die Situation unterstrich die tiefe Not, die die Krankenhäuser in Gaza heimsuchte, deren Strukturen durch Kampfhandlungen beschädigt blieben.