Das britische Geheimdienstzentrum GCHQ warnte vor einer akuten Gefährdung der nationalen Infrastruktur und der demokratischen Prozesse durch Russland. In ihrer Eröffnungsrede betonte die Direktorin Anne Keast-Butler, dass das Vereinigte Königreich sich in einer „neuen Ära radikaler Unsicherheit“ befand und das Risiko einer Fehlkalkulation mit den anhaltenden Hackerangriffen sei extrem hoch. Sie hob hervor, dass Russland „unaufhörlich kritische Infrastrukturen, demokratische Abläufe, Lieferketten und das öffentliche Vertrauen anstrebte“.
Keast-Butler erläuterte, dass das GCHQ unermüdlich gegen Cyberangriffe und „rücksichtslose Sabotageversuche und Attentatsversuche“ arbeitete. Sie stellte dar, dass Russland durch eine Reihe von Spionageplänen auf britischem Boden und durch eine undeutliche hybride Kriegsführung gegen das Vereinigte Königreich und andere NATO-Mitglieder beschuldigt wurde. Die Behörde verhinderte diese Bedrohungen durch intensive Zusammenarbeit mit Geheimdienst- und Verteidigungspartnern, um die russische Gefahr zu mindern.
Die Vergangenheit lieferte Beispiele für russische Aggressionen. Die Vergiftung des ehemaligen KGB-Offiziers Alexander Litvinenko mit Polonium im Jahr 2006 und der versuchte Attentat auf den ehemaligen russischen Militärscharführer Sergei Skripal mit dem Nervengift Novichok im Jahr 2018 zeigten die Bereitschaft zur Anwendung tödlicher Mittel. Seit der umfassenden Invasion der Ukraine im Jahr 2022 wurde Moskau zudem für Sabotage- und Störungskampagnen gegen das Vereinigte Königreich und seine Verbündeten verantwortlich gemacht.
Parallel dazu betonte Keast-Butler die sich schnell entwickelnde technologische Landschaft. Sie bezeichnete China als eine wissenschaftlich-technologische Supermacht mit hochentwickelten Fähigkeiten in seinen Geheim-, Cyber- und Militäragenturen. Dies schuf ein engeres Zeitfenster für das Vereinigte Königreich und seine Verbündeten, um in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Technologie führend zu bleiben. Die Direktorin forderte daher eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Technologiebranche, der Wissenschaft und der Öffentlichkeit, um die Cybersicherheit zu gewährleisten.
Das GCHQ verbrachte einen Großteil seiner Zeit mit dem Kampf gegen organisierte kriminelle Netzwerke, welche britische Unternehmen durch Phishing-Angriffe und Erpressungssoftware angriffen. Keast-Butler rief dazu auf, dass die Cybersicherheit nicht nur in den Büros, sondern auch in den Haushalten verankert werde. Sie forderte die sofortige Umstellung auf neue Passwörter und die Verankerung von Sicherheitsmaßnahmen in neuen Technologien, um die Lieferketten zu schützen und die Cybersicherheit zehnmal dringlicher zu machen.