Eine undercover-Polizeieinheit, welche Zehntausende politischer Aktivisten beobachtete, musste aufgrund schwerwiegender Kritik und Anschuldigungen aufgelöst werden. Die öffentliche Untersuchung der Geheimdienstaktivitäten hörte, dass ein leitender Beamter feststellte, dass die Einheit aufgrund unbegründeter Überwachung und mangelnder Führung eingestellt werden musste. Dieser Beamte erklärte, dass die infiltrierten politischen Gruppen weder die öffentliche Ordnung noch die Demokratie bedrohten. Er betonte, dass nur sehr wenige undercover-Beamte auf terroristische Organisationen hingewiesen wurden, da die Kapazitäten zur Infiltration dieser gefährlichen Gruppen kaum existierten.
Der Beamte, der zuvor für die Spezialdemonstrationsgruppe verantwortlich war, erklärte, dass das Verhalten der undercover-Beamten schädlich auf die Öffentlichkeit einwirkte. Es wurde berichtet, dass die Beamten routinemäßig intime Beziehungen zu Frauen pflegten, die sie beobachteten, ohne diese über ihre wahre Identität zu informieren. Er äußerte die Besorgnis über den sexuellen Missbrauch vieler verletzlicher Frauen durch einige SDS-Mitarbeiter, welcher „unermesslichen und untragbaren Schaden“ verursachte.
Es wurde zudem kritisiert, dass die Einheit nicht auf trauernde Familien, wie die Angehörigen von Jean Charles de Menezes, die unschuldig von der Polizei getötet wurden, überwacht hatte. Darüber hinaus sammelten die Beamten hochgradig invasive Informationen über Demonstranten, wie deren Freundschaften und Wohnsituationen. Die Untersuchung prüfte die Handlungen von 139 undercover-Beamten in der SDS sowie einer weiteren Geheimdiensteinheit, welche hauptsächlich linke Organisationen zwischen 1968 und mindestens 2010 infiltrierte.
Die Untersuchung hörte, wie in den letzten Tagen eine toxische Atmosphäre zwischen der Einheit und den höheren Rängen von Scotland Yard herrschte. Der Beamte schlug vor, die SDS aufzulösen, was er als „bahnbrechende“ Entscheidung bezeichnete, da die Einheit vierzig Jahre lang geheime Operationen führte. Er begründete die Auflösung mit einer Art „Rückwärtshandlung“, um ihre Existenz zu rechtfertigen, und vermutete, dass die Einheit nur einen „extrem begrenzten“ Informationsstand erfasste. Die von der Einheit vorgebrachten Erfolge wurden als übertrieben und fast wie Märchen beschrieben.
Des Weiteren äußerte der Beamte Bedenken hinsichtlich der ordnungsgemäßen Verwendung öffentlicher Gelder. Die Beamten beanspruchten „enorme Überstunden“, und als drastische Kürzungen dieser Zahlungen vorgeschlagen wurden, drohten viele mit der Kündigung. Die Einheit galt als schlecht ausgebildet, und fast alle undercover-Beamten weigerten sich, weitere Schulungen zu absolvieren. Letztendlich kam der Beamte zu dem Schluss, dass die SDS durch ihre isolierte und sehr engstirnige Struktur resistent gegen Veränderungen war und eine Umorientierung auf terroristische Gruppen nicht möglich war.