Eine neue Umfrage ergab, dass drei von fünf jungen Briten eine erneute Mitgliedschaft in der Europäischen Union wünschten. Diese Generation, die durch das Alter von 2016 vom EU-Referendum ausgeschlossen war, glaubte, dass der Brexit gescheitert war und forderte ein neues Abstimmungsrecht zur Wiederanbindung. Die Daten, die von der Meinungsforschungseinrichtung More in Common erhoben wurden, zeigten eine tiefe Unzufriedenheit dieser jungen Bevölkerungsgruppe mit dem britischen Austritt aus dem europäischen Bündnis.
Die Erhebung zeigte, dass sechzig Prozent dieser Kohorte eine erneute Mitgliedschaft wählten, während neun Prozent für den Verbleib außerhalb der Union stimmten. Bei der Filterung auf jene Personen, die in einem hypothetischen zweiten Referendum abstimmen würden, bildete die Befürwortung der Wiederanbindung eine überwältigende Mehrheit von achtzig eins Prozent der Stimmen, während nur neunzehn Prozent für den Verbleib außerhalb der Union stimmten.
Die Studie ergab zudem, dass fünfzig Prozent der jungen Briten den Brexit als gescheitert erachteten. Im Gegensatz dazu betrachteten sechzehn Prozent das Projekt als Erfolg, während dreiundvierzig Prozent unentschlossen blieben. Experten bemerkten, dass der Brexit für viele junge Briten ein prägendes politisches Ereignis war, das ihre politische Reife markierte. Sie sahen den Brexit als ein erstes politisches Ereignis, das sie lebhaft erinnerten, auch wenn sie zu jung waren, um zu wählen.
Die Diskussionen in Fokusgruppen zeigten jedoch eine gewisse Zurückhaltung. Obwohl viele junge Briten prinzipiell eine Wiederanbindung befürworteten, zeigten sie eine gewisse Zögerlichkeit bezüglich einer Rückkehr zu den endlosen Brexit-Debatten ihrer Jugend. Diese Debatten riskierten, von den aktuellen Themen wie den Lebenshaltungskosten, bezahlbarem Wohnraum, Arbeitsplätzen und dem Klimawandel abzulenken.
Die Ablehnung des britischen Austritts aus der Union war bei den jüngsten Erwachsenen am stärksten ausgeprägt. Unter den Altersgruppen von achtzehn bis einundzwanzig erklärte fünfundfünfzig Prozent den Brexit für ein Scheitern, während nur zwölf Prozent ihn als Erfolg ansahen. Diese Stimmung milderte sich bei älteren jungen Erwachsenen, blieb jedoch negativ. Die demografische Verschiebung des Wählers spielte ebenfalls eine Rolle, da die natürliche Bevölkerungsentwicklung die pro-Brexit-Mehrheit im Laufe der Zeit verändert hatte.