Ein australischer Produzent entwickelte sich in wenigen Monaten von einem wenig bekannten Künstler zu einer viralen Figur, deren Hit-Song globale Charts erreichte und Tausende von Radioübertragungen erfuhr. Doch Musikexperten und andere Musiker stellten die Frage, ob er den Song Josh Fawaz, eine Coverversion von Madonna’s „Like a Prayer“, mithilfe generativer Künstlicher Intelligenz produziert hatte. Die Behauptung, dass generative Systeme lediglich durch einen Textbefehl entstehen, stellte die traditionelle Vorstellung menschlicher künstlerischer Ausdrucksform in den Fokus.
Die Song-Credits listeten Fawaz als „Performer“ und seinen Onkel als Produzent auf. Dennoch argumentierten Experten wie Sam Whiting, ein Forscher am RMIT, dass die Aufnahme Merkmale von KI-Musikgeneratoren wie Suno aufwies, beispielsweise eine übermäßige Kompression. Diese technische Analyse führte zu der Schlussfolgerung, dass die stimmliche Darbietung entweder von einem Menschen oder einer Maschine erfolgte, was ernste Fragen hinsichtlich des Wertes menschlicher Ausdrucks aufwarf.
Fawaz verteidigte seine Arbeit, indem er Künstliche Intelligenz als Werkzeug nutzte, um seinen Zuhörern gute Musik zu liefern. Er betonte, dass er Musik veröffentlicht hatte, lange bevor KI-Instrumente populär wurden. Diese Verteidigung stand im Kontrast zu der Sorge von Produzenten und DJs, die feststellten, dass Musik, die durch diese Systeme erstellt wurde, Lizenzgebühren generierte. Sie befürchteten, dass diese Einnahmen von anderen Künstlern abgelenkt wurden, da diese Werke zur Schulung der KI-Modelle verwendet wurden.
Die Debatte erweiterte sich auf die Urheberrechte. Die Australasian Performing Right Association und die Australasian Mechanical Copyright Owners Society erklärten, dass die Aufnahme von „Like a Prayer“ keinen Einfluss auf die Zahlung der Lizenzgebühren der ursprünglichen menschlichen Rechteinhaber hatte. Sie betonten, dass die Rechteinhaber des Werkes von Madonna und Patrick Leonard Anspruch auf die üblichen Aufführungsrechte hatten.
Die Verbreitung von Musik durch Streaming-Dienste hatte die Zuhörer auf künstlich erzeugte Klänge vorbereitet. Die kommerziellen Radiosender in Australien förderten den Song ohne kritische Prüfung dessen Herkunft oder die Beteiligten. Die Frage, wie die Gesellschaft den Wert menschlicher Kreativität und die Verteilung von Urheberrechten in einer Ära generativer Technologien bewerten sollte, blieb offen.