Die Katastrophe der Morandi-Brücke in Genua im August 2018 forderte hohe Opferzahlen und führte zu umfangreichen juristischen Verfahren. Bei dem Einsturz der Autobahnbrücke starben vierundvierzig Menschen, als Autos und Lastwagen bei einem Regenschauer in die Tiefe stürzten. Die Ermittlungen konzentrierten sich auf die Verantwortung für die Instandhaltung der alternden Struktur.
Im Zuge der gerichtlichen Verhandlungen verhängten die italienischen Behörden Haftstrafen gegen mehrere Verantwortliche. Giovanni Castellucci, der ehemalige Chefunternehmer von Autostrade per l’Italia, erhielt eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren. Die Staatsanwaltschaft hatte für Castellucci eine wesentlich längere Strafe gefordert.
Auch andere hochrangige Funktionäre wurden zur Rechenschaft gezogen. Michele Donferri Mitelli, ein weiterer leitender Beamter der Autobahngesellschaft, erhielt elf Jahre Haft. Paolo Berti, der als zweiter Chef der Autobahngesellschaft fungierte, erhielt eine Strafe von fünf Jahren und sechs Monaten.
Die Anklage gegen die Angeklagten betraf die mangelnde Instandhaltung der Brücke und die Ignoranz von Warnsignalen. Die Verteidigung hingegen argumentierte, dass die Katastrophe auf einen Konstruktionsfehler zurückzuführen war, insbesondere auf die Tatsache, dass ein bestimmtes Kabel in Beton eingebettet war.
Die Staatsanwaltschaft hatte für die Gesamtheit der fünfzig siebzig Angeklagten eine Strafe von vierhundert Jahren gefordert. Die Angeklagten bestritten alle Vorwürfe. Während einige Familienmitglieder des Verstorbenen mit dem Urteil zufrieden waren, empfand eine andere Person die verhängte Strafe als akzeptabel.