Die Geothermie, eine Energiequelle, die die natürliche Wärme unter der Erdoberfläche nutzt, erlangte eine seltene politische Übereinkunft. Während liberale Kräfte die geringen Treibhausgasemissionen der Anlagen lobten, unterstützten Konservative die zusätzliche Energieunabhängigkeit und die Nutzung von Bohrtechnologien, die aus der Öl- und Gasindustrie stammten. Staaten versuchten, die Genehmigungsverfahren für Geothermieanlagen zu beschleunigen, und Abgeordnete brachten Gesetzesvorschläge zur Förderung der nächsten Generation von Geothermie-Systemen ein.
Eine Schlüsseltechnologie in diesem Bereich waren die erweiterten Geothermiesysteme (EGS). Bei dieser Methode wurden unterirdische Gesteine hydraulisch aufgespalten, indem Druckfluid in einen Brunnen gepumpt und Dampf oder heißes Wasser aus einem anderen Brunnen gewonnen wurde. Diese Technik, bekannt als hydraulisches Brechen, war in der Öl- und Gasindustrie bereits etabliert. Klimawissenschaftler betonten jedoch, dass aus klimatischer Sicht ein erheblicher Unterschied bestand, da das Risiko seismischer Aktivität durch die Erzeugung von Rissen unter der Erde durch die Vorteile einer erneuerbaren, kontinuierlichen und großkapazitiven Energiequelle aufgewogen wurde.
Um die Tiefe und Reichweite der Geothermie zu erhöhen, bedurfte es von Durchbrüchen in den Bohrtechnologien. Unternehmen entwickelten Bohrgeräte, die stabiler bei der Durchdringung von hartem Gestein bei hohen Temperaturen arbeiteten. Einige Firmen strebten an, Gestein ohne herkömmliche Bohrer zu durchdringen. Ein Unternehmen, das mit dem Massachusetts Institute of Technology verbunden war, nutzte beispielsweise eine Technologie namens Millimeterwellenbohrung. Diese Methode nutzte elektromagnetische Wellen im Mikrowellenbereich, um das Gestein zu schmelzen und zu verdampfen.
Diese Wellenbohrung ermöglichte den Zugang zu überhitzter Geothermie nahezu überall auf der Welt. Während herkömmliche Bohrer bei sehr hartem Gestein schnell versagten und den Aufwand erhöhten, veränderte die Wellenbohrung dies, da kein physischer Bohrer mehr benötigt wurde. Zudem stellte die Wasserversorgung eine Herausforderung dar. Obwohl einige Systeme Wasserverbrauch oder Kontaminationsrisiken bergen konnten, ermöglichte eine sorgfältige Konstruktion die kontinuierliche Zirkulation des Wassers über die überhitzten Gesteine, wodurch es sich um eine Recyclingprozesse handelte.
Die Wirtschaftlichkeit blieb jedoch eine Hürde. Geothermie erwies sich als teuer, da die Ausbeute pro Brunnen geringer war als bei fossilen Brennstoffen. Unternehmen hofften, durch die Fokussierung auf sehr hohe Temperaturen, zwischen 300 und 500 Grad Celsius, die Wirtschaftlichkeit zu verbessern. Diese höhere Temperatur erlaubte es, zehnmal mehr Energie pro Brunnen zu gewinnen, was die ökonomischen Möglichkeiten veränderte. Die Firma Fervo Energy erzielte große Aufmerksamkeit, indem sie die erste nächste Generation der Geothermieunternehmen zum Börsengang machte. Obwohl die Stromerzeugung aus Utah mit etwa 7.000 Dollar pro Kilowatt kostete, war dies immer noch vierfache der Kosten für Solarenergie und Windkraft. Dennoch existierten Käufer für diese Energie, beispielsweise für die Stromversorgung von Rechenzentren. Investitionen von Venture-Fonds waren unerlässlich, da Datencenterprojekte allein nicht ausreichten, um den notwendigen Kapitalbedarf für diese innovativen Unternehmen zu decken.
Trotz der Unsicherheiten hinsichtlich der Kostenüberschreitungen betonten Forscher, dass Geothermie ein Technologiebereich sei und nicht bloß ein Spekulationsobjekt. Experten waren überzeugt, dass die Geothermie eine enorme Potenzial besaß und sich über die Zeit sowohl günstiger als auch leistungsfähiger entwickeln würde.