Ein Gericht in China entschied zugunsten eines Arbeitnehmers, der durch den Ersatz seiner Tätigkeit durch künstliche Intelligenz entschädigt wurde. Dem Mitarbeiter wurde eine Entschädigung in Höhe von 260.000 Yuan zugesprochen. Der Fall verdeutlichte, wie China den enthusiastischen Einsatz von Automatisierung mit dem Schutz der Beschäftigung in Einklang brachte.
Der betroffene Mitarbeiter, mit dem Nachnamen Zhou, trat 2022 in einem Technologieunternehmen in Hangzhou an, wo er als Supervisor für große Sprachmodelle bei Produkten eingesetzt wurde. Das Unternehmen erklärte später, dass die künstliche Intelligenz seine Aufgaben übernehmen könne, und bot ihm eine Versetzung sowie eine Kürzung seines Gehalts um 40 Prozent an. Als der Mitarbeiter diese Angebote ablehnte, verließ das Unternehmen ihn. Zhou bestritt die Kündigung, und das Gericht des Zwischengerichts in Hangzhou entschied im vergangenen Monat, dass das Unternehmen falsch gehandelt hatte, und forderte die Entschädigung.
Dieser Fall zog weitreichende Aufmerksamkeit auf sich, da er ein Beispiel dafür darstellte, wie China die rasche Integration der künstlichen Intelligenz mit der Sicherung der Arbeitsplätze, insbesondere angesichts hoher Jugendarbeitslosigkeit, balancierte. Die staatlichen Medien preisten das Urteil als eine beruhigende Botschaft für die Schutzbemühungen im Zeitalter der Automatisierung.
Die chinesische Bevölkerung zeigte eine generell positive Einstellung gegenüber der Technologie und wurde durch die Regierung ermutigt. Eine jüngste Umfrage ergab, dass über achtzig Prozent der Menschen in China von Produkten, die künstliche Intelligenz nutzten, begeistert waren, verglichen mit weniger als vierzig Prozent in Großbritannien oder den Vereinigten Staaten.
Dennoch begann das Rennen über verschiedene Wirtschaftssektoren, die künstliche Intelligenz so schnell wie möglich zu integrieren, einige Besorgnis hinsichtlich möglicher Arbeitsplatzverluste zu erregen. China kämpfte mit anhaltend hoher Jugendarbeitslosigkeit, wobei siebzehn Prozent der Menschen im Alter von sechzehn bis vierundzwanzig Jahren keine Stelle finden konnten.
Experten beobachteten eine Verschiebung in der Haltung der politischen Entscheidungsträger. Kyle Chan, ein Wissenschaftler der Brookings Institution, bemerkte, dass sich Beijings Ansatz bei Arbeitsplatzverlusten durch künstliche Intelligenz änderte. Früher hatten die politischen Entscheidungsträger die Risiken heruntergespielt und die Kommunikation auf die neuen Arbeitsplätze fokussiert. Nun sah man mehr Sprache aus Peking, die sich mit der Bewältigung der Arbeitslosigkeit in Verbindung mit der künstlichen Intelligenz befasste.
Ein früheres Schiedsverfahren belegte diese Entwicklung. Die lokale Regierung von Peking veröffentlichte letztes Jahr Details eines Schiedsverfahrens, in dem ein Unternehmen eine Frau entließ, die fünfzehn Jahre lang als manueller Datenerfasserin gearbeitet hatte. Das Unternehmen argumentierte, dass ein automatisiertes Datenerfassungswerkzeug ihre Arbeit erledigen könne. Das Schiedsgericht entschied, dass das Unternehmen das Einbinden der künstlichen Intelligenz in sein Geschäftsmodell gestattet hatte, dies jedoch keine „erhebliche Veränderung der objektiven Umstände“ darstellte, die eine rechtliche Grundlage für die Beendigung eines Arbeitsvertrages bildete.