Italienische Staatsanwälte leiteten Ermittlungen gegen einen Geschäftsmann und einen ehemaligen Journalisten ein. Sie verdächtigten diese Personen der Planung eines Bombenangriffs auf das Zuhause von Sigfrido Ranucci, einem bekannten investigativen Reporter. Valter Lavitola, der mit Ranucci befreundet war, stand im Fokus der Untersuchung wegen des Verdachts der Massenmordanschläge. Die Ermittlungen folgten auf die Verhaftung von vier Personen durch die Polizei letzte Woche, die angeblich von Lavitola beauftragt wurden, den Angriff im Oktober zu verüben.
Eine rudimentäre, aber wirksame Bombe explodierte vor dem Haus von Ranucci in einer Stadt nahe Rom. Der Anschlag zerstörte nahezu ein Auto, das Ranucci besaß, sowie ein Fahrzeug seiner Tochter. Glücklicherweise wurden keine Personen verletzt, als der Vorfall stattfand. Ranucci, der jahrelang polizelicher Schutz wegen ihm gerichteter Drohungen genoss, kehrte in dieser Nacht nach Hause zurück.
Ranucci drückte Schock über die mutmaßliche Beteiligung von Lavitola aus. Er bezeichnete ihn als „wahren Freund“, mit dem er fast täglich Kontakt pflegte. Die Ermittler konnten bislang keinen Beweggrund für den Angriff feststellen. Es wurde jedoch vermutet, dass Lavitola jemanden beauftragt hatte, Personen zu identifizieren, um die Bombe zu platzieren, und diesen Personen mehrere tausend Euro gezahlt hatte.
Das Paar pflegte eine Freundschaft seit 2019, nachdem Ranucci eine journalistische Untersuchung gegen Lavitola durchführte. Lavitola war in der Vergangenheit in mehrere Rechtsstreitigkeiten verwickelt, darunter ein Urteil wegen Erpressung des verstorbenen ehemaligen Premierministers Silvio Berlusconi. Ranucci erklärte, er habe seine Freundschaft mit Lavitola nie verbergen können, heute ein Geschäftsmann, der ein Restaurant in Rom besaß, wo Ranucci regelmäßig aß. Die letzte Kontaktaufnahme fand statt, als die Polizei sein Zuhause durchsuchte.
Ranucci berichtete, er habe sich über die Anschläge und die zahlreichen Drohungen sehr beunruhigt gefühlt. Er beschrieb den Vorfall als „ein besorgniserregendes neues Niveau“, da er unmittelbar vor seinem Wohnhaus stattfand. Zusätzlich wurden 2024 Geschosse außerhalb seines Hauses gefunden.
Ranucci widmete seine Recherchen für das Programm Report der mutmaßlichen Kriminalität und Korruption. Die Sendung zielte häufig auf Regierungsminister an, einige von denen wiederum Report verklagten. Ranucci kritisierte zudem die politische Einflussnahme in der Rai durch die rechtspopulistische Regierung von Giorgia Meloni. Er verfasste auch ein Buch über die italienische Mafia und beschrieb 2021, wie ihm ein ehemaliger Gefangener erzählte, dass die Mafiosi „den Befehl zum Töten“ gegeben hätten, doch der Mord wurde gestoppt.