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Technologie

Gesichtserkennung in Supermärkten: Datenschutzdilemma bei Coles und Woolworths

Sicherheit gegen Privatsphäre: Experten warnen vor Überwachung und Fehlidentifizierung

Die Supermarktketten Coles und Woolworths bestätigten, dass sie Gesichtserkennungstechnologie erprobt hatten, welche zur Erfassung biometrischer Daten von Kunden in ihren australischen Märkten dienen konnte. Die Unternehmen gaben an, die Technologie getestet zu haben und erwägen, sie in ihren Filialen einzusetzen, um kriminelle Handlungen wie Aggressionen gegenüber Mitarbeitern zu bekämpfen. Die Ketten lieferten jedoch keine finale Entscheidung über den Rollout und enthüllten auch nicht, welche Firma ihnen die Software zur Verfügung gestellt hatte.

Dr. Jason Pallant, Marketingexperte an der RMIT University, beschrieb die Situation als ein „Sicherheits-gegen-Privatsphäre-Dilemma“. Er betonte, dass zwar die Sicherheit des Personals wichtig sei, dies jedoch bedeutete, dass jede Person, die einen Supermarkt betrat, ihre Gesichtserkennung akzeptierte. Pallant forderte Transparenz und Aufklärung der Verbraucher über die Funktionsweise der Technologie als Lösung.

Die Erforschung der Gesichtserkennung in den Einzelhandelsketten folgte auf eine Entscheidung des Verwaltungsprüfgerichts im Februar, welches die Nutzung der Technologie durch Bunnings für seine Kunden genehmigte. Das Gericht hatte eine frühere Entscheidung des Datenschutzbeauftragten widerrufen, die festgestellt hatte, dass der Technologiegigant die Privatsphäre der Besucher durch das Scannen ihrer Gesichter verletzt hatte. Das Gericht stimmte jedoch zu, dass Bunnings die Kunden nicht ordnungsgemäß über das Scannen ihrer Gesichter informiert hatte.

Gesichtserkennungstechnologie erfasst Bilder von Gesichtern aus Videokameras, beispielsweise aus Überwachungskameras, als einzigartige Gesichtsdaten, welche gespeichert und mit anderen Gesichtsdaten verglichen werden konnten. Einzelhändler nutzten diese Daten, um Gesichter gegen eine Liste bekannter aggressiver oder verbotener Personen abzugleichen, um Gewalt in den Geschäften zu reduzieren. Darüber hinaus wirkten Bedenken hinsichtlich der Überwachung und der Speicherung persönlicher Informationen, da es Beweise für Missbrauch gab und Menschen unterschiedlicher Herkunft häufiger falsch identifiziert wurden.

Tom Sulston, Leiter der Politik bei Digital Rights Watch, bezeichnete die Gesichtserkennung als „extrem ungenau“. Er äußerte seine Besorgnis darüber, dass Kunden bei Woolworths und Coles nicht kontrollieren könnten, wie ihre biometrischen Daten verwendet wurden. Er argumentierte, dass es unverhältnismäßig sei, dass Einzelhändler, insbesondere Lebensmittelhändler, diese Technologie einsetzten, da Supermärkte Orte seien, an denen gewöhnliche Menschen ihre Lebensmittel kaufen konnten, und die Privatsphäre nicht dafür bezahlt werden müsse.

Ein Sprecher von Coles erklärte, dass sie keinen Test mit dieser Technologie durchgeführt hätten, sondern lediglich einen „kleinen, einmaligen, kontrollierten Konzepttest“ vorgenommen hätten, der weder Kunden- noch Mitarbeiterdaten verwendete. Ein Sprecher von Woolworths, der die Technologie in seinen Büros in Neuseeland getestet hatte, erklärte, dass sie weiterhin eine Reihe von Initiativen zur Gewährleistung der Sicherheit ihrer Mitarbeiter und Kunden erproben würden. Forscher äußerten zudem die Sorge, dass die Technologie über ihren ursprünglichen Zweck hinaus genutzt werden könnte und die Überwachung normalisiere. Es wurde argumentiert, dass die Nutzung von Technologie zur Problemlösung, die neue Probleme schafft, ein Muster bei den großen Supermärkten sei.

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