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Politik

Gewalttaten in Uvira: Berichte über Massaker und Vergewaltigungen im Kongo

Menschenrechtsorganisation dokumentierte Gräueltaten durch M23-Rebellen und Ruandische Soldaten

Eine Untersuchung einer führenden Menschenrechtsorganisation ergab Beweise für schwere Verbrechen in der Stadt Uvira am Ufer des Tanganyikas. Die M23-Rebellengruppe und ruandische Soldaten begingen während ihrer Besetzung der Stadt in Ost-Demokratischer Republik Kongo Gräueltaten, darunter Hinrichtungen und Vergewaltigungen.

Human Rights Watch (HRW) fand Beweise für die Hinrichtung von fünfundfünfzig Zivilisten während Durchsuchungen in den Stadtvierteln. Es wurden vierundvierzig Männer, eine Frau und sechs Kinder getötet. Diese Taten erfolgten nach der Eroberung Uvira im Dezember, als die Rebellen, die weithin mit Ruanda in Verbindung gebracht wurden, die Kontrolle über die Stadt erlangten.

Ruanda bestritt stets die Unterstützung der M23 oder der eigenen Soldaten in den ressourcenreichen Regionen des östlichen Kongo. Dennoch berichtete HRW, dass viele der Befragten Zeugnisse von Gräueltaten lieferten, die von uniformierten ruandischen Soldaten sowie von M23-Kämpfern begangen wurden. Ein Bewohner berichtete, dass M23-Kämpfer seinen Nachbarn zuerst in den Kopf schossen, während ein anderer vier Familienmitglieder sah, wie sie getötet wurden.

Die Organisation dokumentierte zudem acht Fälle von Vergewaltigungen, die während der Besatzungszeit begangen wurden. Eine Frau berichtete, dass sie von Soldaten in Uniformen der ruandischen Armee entkleidet und vergewaltigt worden war. Sie erwähnte, dass ihr Ehemann versuchte einzugreifen und daraufhin erschossen wurde. Andere Zeugen berichteten, dass ruandische Soldaten Drohungen ausgesprochen, wenn sie nicht gehorsam handelten.

HRW erachtete die mutmaßlichen Verbrechen – welche auch Entführungen, erzwungene Verschwinden und erzwungene Rekrutierungen umfassten – als Kriegsverbrechen. Die Ermittler besuchten zudem drei Massengräber in Uvira, darunter ein Ort, der zuvor von UN-Friedenswächtern kontrolliert worden war. Die Berichte zeigten auch, dass Kinder gezielt angegriffen und erschossen wurden, nachdem sie als pro-regierungsnahe Kämpfer verdächtigt wurden.

Die anhaltende Gewalt in Ost-DR Kongo zwang fast zwei Millionen Menschen in South Kivu allein dazu, ihre Häuser zu verlassen, um Schutz zu suchen. Die Situation verdeutlichte die massive Zerstörung der Zivilbevölkerung durch den Konflikt und die komplexe Rolle externer Akteure in der Region.

DR KongoM23RuandaMenschenrechteKriegsverbrechen

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