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Ghana evakuierte Bürger aus Südafrika wegen fremdenfeindlicher Proteste

Xenophobie löste diplomatische Spannungen aus und Forderungen nach Massenabsperrungen

Ghana veranlasste die sofortige Evakuierung von dreihundert Bürgern aus Südafrika. Diese Maßnahme erfolgte als Reaktion auf eine jüngste Welle von Protesten gegen Ausländer. Der Außenminister Samuel Okudzeto Ablakwa teilte mit, dass der Präsident Ghanas die Evakuierung genehmigt hatte. Die betroffenen Bürger hatten sich in der Botschaft in Pretoria zur Rettung gemeldet, nachdem das Außenministerium auf eine Warnung reagiert hatte, die auf die jüngsten xenophoben Angriffe folgte.

Die südafrikanischen Behörden bestritten die Vorwürfe der Angriffe. Sie erklärten, dass die verbreiteten Videos gefälscht seien. Präsident Cyril Ramaphosa äußerte sich zu den jüngsten Protesten und kriminellen Handlungen gegen Ausländer. Er bezeichnete diese als isolierte Verbrechen und betonte, dass Südafrika seine Migrationspolitik reguliere und seine Grenzen sichern müsse. Ramaphosa erklärte, dass Südafrika seine Gesetze durchsetzen würde.

Tausende Südafrikaner nahmen an Protesten gegen illegale Einwanderung teil. Die Demonstranten forderten die sofortige Massenabsperrung und Ausweisung unerlaubter Ausländer. Sie argumentierten, dass die illegale Migration Auswirkungen auf Arbeitsplätze, Wohnraum und Kriminalität hatte. Die Botschaft Ghanas beriet ihre Staatsangehörigen daraufhin, besondere Vorsicht walten zu lassen. Sie rieten den Bürgern, öffentliche Versammlungen zu meiden und ihre Geschäfte in der Hafenstadt Durban vor einem geplanten Protest zu schließen.

Ghana und Nigeria riefen die südafrikanischen Gesandtschaften in ihren jeweiligen Länder an. Dies geschah im Zusammenhang mit der Misshandlung und Belästigung ihrer Bürger. Ghana schrieb zudem an die Afrikanische Union (AU) und bat diese, die Angelegenheit zu erörtern. Ghana betonte, dass die Situation eine ernste Gefahr für die Sicherheit und das Wohlergehen der Afrikaner in Südafrika darstellte.

Südafrika antwortete auf die Bedenken Ghanas und erklärte, es habe nichts zu verbergen. Die Regierung verurteilte die Verbreitung der sogenannten „falschen Videos und Bilder“, die von einigen als Aufnahmen von Angriffen auf Ausländer beschrieben wurden. Andere Länder, wie Kenia, Malawi, Lesotho und Simbabwe, hatten ebenfalls Warnungen an ihre Bürger in Südafrika ausgesprochen. Die xenophobe Stimmung blieb ein anhaltendes Problem im Land, das mit gelegentlichen tödlichen Angriffen einherging.

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