Die globale Diskussion über den transatlantischen Sklavenhandel erlebte eine dramatische Veränderung in ihrem Ton. Die Forderung nach formellen Entschuldigungen, Schuldenreduzierung und finanzieller Kompensation von Nationen und Institutionen, die von der Sklaverei profitierten, wurde zunehmend vehementer. Im März verabschiedete die Vereinten Nationen eine Resolution, welche die Sklaverei als „das größte Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ anerkannte, wenngleich die Vereinigten Staaten diese Resolution ablehnten und jede europäische Nation sich von der Abstimmung hielt. Das Vereinigte Königreich, welches zusammen mit Portugal den transatlantischen Sklavenhandel dominierte, lehnte die Idee der Reparationen konsequent ab, was angesichts von Schätzungen über die Schadenssummen, die Großbritannien Nationen zuschulden müsse, nicht überraschend war.
Ghana stellte jedoch den Widerstand nicht auf. Das Land wurde zur führenden Stimme in der Forderung nach Entschädigung. Ghana tablierte die UN-Resolution und hielt im Juni in seiner Hauptstadt Accra einen Gipfel zu Reparationen ab. Delegierte aus rund achtzig Ländern kamen zusammen und kamen zum Schluss, dass Wiedergutmachung längst überfällig war. Außenminister Samuel Okuzeto Ablakwa betonte Ghanas Rolle als panafrikanischer Führer und als erster Staat, der die Möglichkeit bewies hatte, imperialer Macht entgegenzutreten und sie zu besiegen.
Ghana trug eine besondere Verantwortung durch die Afrikanische Union, als „Champion für reparative Gerechtigkeit“ eingesetzt, eine Rolle, die die politische Führung des Landes ernst nahm. Ein Teil davon resultierte aus der Tatsache, dass etwa zehn bis fünfzehn Prozent der geschätzten zwölf Millionen Afrikaner, die gewaltsam aus ihren Häusern entfernt, aus ihren Dörfern gerissen und auf eine Weise entmenschlicht wurden, die zuvor unbekannt war, aus Ghana stammten. Ablakwa erklärte, Ghana sei der Schauplatz dieser Gräueltaten gewesen und könne sich nicht im Schweigen über die Rechenschaftspflicht der Täter halten.
Der Minister forderte ein System der reparativen Gerechtigkeit, das Bildungsstipendien, Risikokapital für junge afrikanische Unternehmer und Forschung zu gesundheitlichen Problemen finanzierte, deren Ursprünge auf der schweren Unterernährung und den unmenschlichen Bedingungen der Versklavung beruhten. Er forderte auch die Rechenschaftspflicht individueller Institutionen, die vom Sklavenhandel profitierten, darunter die Kirche von England. Die Kirche hatte im achtzehnten Jahrhundert eine missionarische Abteilung, die Plantagen betrieb und Hunderte von Sklaven besaß, was ihre Arbeit in den Amerikas und darüber hinaus finanzierte.
Der Erzbischof von Canterbury, Dame Sarah Mullally, besuchte Ghana im Rahmen ihrer ersten internationalen Reise in dieser Funktion. Sie besichtigte das Cape Coast Castle, eine der Festungen, die von den Briten geführt wurden und wo Versklavte vor der brutalen „Mittelpassage“ in die Amerikas festgehalten wurden. Sie betonte die tiefe Verzweiflung über die Gräueltaten und fragte, wie die Kirche über die Schrecken, die darunter vor sich gingen, stehen konnte. Die Kirche von England hatte zwar für ihren Anteil am transatlantischen Sklavenhandel entschuldigt, forderte jedoch Maßnahmen, die auf diesen Verbrechen abzielten. Die Kirche gründete einen Fonds zur sozialen Wirkung, doch die Einrichtung dieses Fonds stieß auf Widerstand, ähnlich wie der globale Druck auf Nationen zur Zahlung von Entschädigungen.
Ein zentrales Gegenargument betraf die Komplizenschaft einiger Afrikaner bei der Eroberung und dem Verkauf ihrer Mitmenschen. Minister Ablakwa lehnte diese Erzählung entschieden ab und argumentierte, dass die gesamte Struktur der Sklaverei von westlichen Besitzern kuratiert worden war, welche lediglich lokale Akteure zur Durchführung ihrer Pläne nutzten. Er betonte, dass bei der Ausarbeitung der Gesetze, Versicherungspolicen und Finanzstrukturen des Handels „kein Afrikaner am Tisch“ saß.
Innerhalb Ghanas selbst war die Debatte über afrikanische Komplizenschaft jedoch nuancierter. König Tackie Teiko Tsuru II, der Ga Mantse, entschuldigte sich öffentlich für die Beteiligung seiner Vorfahren am Sklavenhandel. Er erkannte an, dass die transatlantische Sklaverei das größte Verbrechen gegen die Menschlichkeit war und dass Vorfahren als Akteure in diesem Handel beteiligt waren. Er betonte die Notwendigkeit, die Vergangenheit anzuerkennen, um voranzukommen, und glaubte, dass dies ein Grundpfeiler für moralischen Mut und Glaubwürdigkeit sei.
Ghana führte zudem eine hochkarätige Kampagne durch, die die afrikanische Diaspora, insbesondere Afroamerikaner, zur Besichtigung des Kontinents einlud. Diese Initiative zielte darauf ab, Menschen in der gemeinsamen Geschichte ihres traumatischen Vergangens zusammenzubringen. Allerdings verlor die Initiative ihren ursprünglichen Fokus. Die Ghanaische Tourismusbehörde nutzte die Kampagne zur Förderung ihrer Tourismusprojekte, was zu einer Kommerzialisierung führte. Experten befürchteten, dass die Fokussierung auf den Tourismus die tiefgreifende psychologische Arbeit, die für die lokalen Bevölkerung und die Diaspora-Mitglieder notwendig war, überschattete. Es wurde kritisiert, dass die Besucher zur Zahlung von Eintrittsgebühren gezwungen wurden, die mit denen europäischer Touristen an den Orten des Sklavenhandels vergleichbar waren. Wahre Wiedergutmachung müsse daher menschliche Verbindung und Heilung vor finanziellen Transaktionen stellen.