Hunderte von Schlangen, darunter Kobraen, entkamen aus überfluteten Brutfarmen im Süden Chinas. Diese Flucht ereignete sich inmitten anhaltender starker Stürme, die Teile des Landes heimsuchten. Die Ereignisse folgten auf anhaltende starke Regenfälle, welche die Region betrafen.
Die staatlichen Medien berichteten, dass eine Schlangenfarm in Hengzhou, in der autonomen Region Guangxi Zhuang, von den Überschwemmungen betroffen war. Diese Fluten folgten auf mehrere Tage intensiver Niederschläge, verursacht durch den Taifun Maysak. Die lokalen Behörden gaben Warnungen an die Anwohner aus, als die Gefahr durch die freigelassenen Tiere zunahm.
Ein dramatisches Video, das von den staatlichen Medien verbreitet wurde, zeigte lokale Menschen, die mit Netzfängen versuchten, Schlangen zu fangen. Daraufhin tauchte ein Kobra-Kopf aus einem Strom schlammiger Wasser auf. Ein Opfer eines Bisses berichtete gegenüber der Beijing News, dass er am Dienstag um etwa 13 Uhr von einer Kobra gebissen worden war, als er Trümmer im Erdgeschoss seines Hauses beseitigte.
Ein lokaler Arzt erklärte, er habe seit dem Auftreffen des Taifuns mehrere Dorfbewohner behandelt. Die Flutkatastrophe in Guangxi war besonders gravierend: Zwei Stauseen überliefen und brachen am Montag, wodurch Dörfer in verschiedenen Städten von Wasser umgeben blieben. Mindestens sechs Menschen starben, und rund 50.000 Menschen mussten evakuiert werden. Sechs Personen blieben vermisst.
Parallel dazu stieg die Todesrate durch die heftigen Stürme in Teilen Chinas auf 38 an. Die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete am Mittwoch über ein Erdrutsch in der zentralen Provinz Gansu, der 21 Menschen tötete. Weitere Gewitter und Tornados töteten mindestens elf Menschen in der zentralen Provinz Hubei, wie die staatlichen Medien meldeten.
Die Behörden reagierten auf die Situation. Das Notfallmanagementbüro von Hengzhou erkannte die Berichte an, dass die Überschwemmungen Schlangenbrutfarmen beschädigt hatten und dass Dorfbewohner von den entkommenen Schlangen gebissen worden waren. Das Hengzhou Medienkonvergenzzentrum erließ am Mittwoch eine Notfallanweisung zur Vorbeugung und Behandlung von Schlangenbissen. Es warnte davor, dass giftige Schlangen wie Kobraen, Königratten und grüne Pit-Vipern durch die steigenden Wasserstände entkommen waren.
Zusätzlich erhöhten die lokalen Behörden die Verfügbarkeit von Antivenin und eröffneten einen beschleunigten Behandlungskanal für Opfer von Schlangenbissen im Hengzhou-Volkskrankenhaus. Die Rettungskräfte wurden entsandt, medizinische Spezialisten unterstützten die Behandlung, und zusätzliche medizinische Stationen wurden in den betroffenen Gebieten eingerichtet.