Gina Rinehart drohte dem australischen Rundfunk (ABC) mit rechtlichen Schritten wegen obszöner Kommentare, die im Rahmen der Sendung „Race Around the World“ ausgestrahlt worden waren. Die Kommentare enthielten eine explizite und vulgäre Bemerkung über die Vermischung ihrer inneren Organe in einer Würstchenrolle und eine noch explizitere Äußerung bezüglich ihrer Genitalien. Die vierminütige Sendung, betitelt „A Very Relaxing Video“, zeigte diese Inhalte am 12. Juli und endete mit den Kommentaren der Filmemacherin Kate McGuinness.
Die Firma Hancock Prospecting veröffentlichte eine Erklärung, in der sie den ABC aufforderte, das Segment unverzüglich von allen Plattformen zu entfernen, sich öffentlich bei Frau Rinehart zu entschuldigen und eine umfassende Untersuchung darüber einzuleiten, wie die Veröffentlichung und die Verbreitung des Materials genehmigt worden waren. Die Erklärung betonte, dass eine Woche seit der ersten Kontaktaufnahme mit dem ABC-Vorstand vergangen war.
Hancock Prospecting teilte mit, dass sie rechtliche Briefe an den Vorsitzenden des ABC, Lisa Caffery, den stellvertretenden Vorsitzenden und den Geschäftsführer Hugh Marks gesandt hatten. In diesen Schreiben informierten sie die Empfänger darüber, dass sie aufgrund „detaillierter Anschuldigungen schwerwiegender Verstöße gegen mehrere australische Straf- und Zivilgesetze“ aufmerksam gemacht worden waren, die aus der Veröffentlichung und der fortgesetzten Verbreitung des Materials resultierten.
Der ABC bestätigte am Freitag den Erhalt der rechtlichen Korrespondenz. Ein Sprecher erklärte, dass der Rundfunk auf die Briefe reagieren würde und der Ombudsmann des ABC die Beschwerden bezüglich der Sendung vom 12. Juli gemäß dem Beschwerdeverfahren des Rundfunks prüfte. Die Sendung, die als M-Rating für „fiese Sprache“ und „sexuelle Anspielungen“ eingestuft wurde, blieb am Freitagnachmittag auf iView verfügbar.
Kate McGuinness entschuldigte sich auf einer Website des ABC und erklärte, dass ihre Arbeit satirisch und karikaturhaft sei und dass die Absicht nie lag, Gewalt zu fördern. Sie betonte, dass die Witze nicht wörtlich zu nehmen seien.
Die Medien und die Regierung erlebten durch die Kontroverse erheblichen Druck. Der Premierminister Westaustraliens, Roger Cook, bezeichnete die Skizze als „inakzeptabel“ und nutzte konfrontative Sprache. Die Medienaufsichtsbehörde erklärte, dass sie erst die Ergebnisse der internen Prozesse des ABC abwarten würde, bevor sie über weitere Schritte entschied. Sie verwies auf das Ko-Regulierungssystem Australiens, welches nationalen Rundfunkanstalten die erste Gelegenheit zur Reaktion auf Beschwerden über mutmaßliche Verstöße gegen ihre Verhaltenskodizes gewährte.