Die Küsten Westafrikas erlebten letzten Monat massive Überschwemmungen, welche Tausende von Menschen vertrieben und Dutzende von Todesfällen nach sich zogen. Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass die Regenfälle, welche die Fluten verursachten, durch den Klimawandel verstärkt wurden. Die globale Erwärmung verwandelte ein alltägliches Wetterereignis in eine Klimakatastrophe.
Experten warnen davor, dass die betroffenen Staaten sich an eine beunruhigende neue Realität anpassen mussten. Eine Professorin für Klimawissenschaften erklärte, dass die Anpassung an diese Ereignisse zwingend sei, jedoch die drastische Reduktion der Emissionen ebenso entscheidend. Sie betonte, dass die Extremwetterereignisse nur weiter zunehmen würden, solange die Emissionen nicht wesentlich gesenkt wurden.
In den betroffenen Regionen, wie Côte d’Ivoire, Ghana, Togo und Nigeria, regnete über 72 Stunden intensiver Niederschlag. In einigen Städten fielen weniger als 140 Millimeter Regen innerhalb eines Tages. Diese Fluten überforderten die Entwässerungssysteme und lösten eine Reihe von Sturzfluten aus. Von Lagos bis Monrovia überfluteten die Ereignisse Wohngebiete und zerstörten Infrastruktur und Märkte.
Die Todeszahlen waren gravierend: Mindestens 34 Menschen starben in Ghana, fünf in Togo, und in Côte d’Ivoire starben seit Mai 59 Menschen infolge der Überschwemmungen. Eine Analyse des World Weather Attribution Teams zeigte, dass ein solches Ereignis in der heutigen Klimazone fünfmal wahrscheinlicher war. Die Intensität der drei-tägigen Regenfälle erhöhte sich seit Beginn der Aufzeichnungen um etwa 23 Prozent.
Wissenschaftler verglichen historische Wetterbeobachtungen mit Klimamodellsimulationen. Sie stellten fest, dass der Klimawandel die Intensität der Niederschläge um vier Prozent erhöhte. Dies bestätigte, dass die Treibhausgasemissionen das Ereignis verschärft hatten. Die Forschungsergebnisse unterstrichen die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit und Klimagerechtigkeit. Industrienationen trugen die Verantwortung, Ländern wie Togo, Côte d’Ivoire und Ghana bei der Anpassung an ein durch den Klimawandel verschärftes Problem zu helfen.