Glutenfreie Grundnahrungsmittel wie Brot und Kekse wurden zu einem Luxusgut. Die Preise für kleinere, spezialisierte Produkte stiegen auf beachtliche Summen, was die Versorgung für Menschen, die aus medizinischen Gründen eine glutenfreie Ernährung pflegten, in ernste Lage brachte. Konsumenten beklagten, dass ein bescheidenes Stück glutenfreies Brot nun fast vier Euro kostete. Während ein Standardbrot konnte noch für weniger als einen Euro erworben werden, verlangten spezialisierte Produkte einen erheblichen Aufschlag.
Die Preissteigerungen resultierten aus verschiedenen Faktoren. Neben den allgemeinen Lebensmittelinflationen trugen die Produktionskosten für glutenfreie Produkte wesentlich zur Belastung bei. Glutenfreie Produkte seien oft kleiner und teurer gewesen, da die notwendige Trennung der Produktionslinien und spezialisierte Anlagen zusätzliche Kosten verursachten. Dies bedeutete, dass die Verbraucher für weniger Lebensmittel einen deutlich höheren Preis zahlten. Für glutenfreie Mehlmengen stiegen die Kosten um über zehn Prozent, während einzelne Marken noch höhere Preissteigerungen verzeichneten.
Besonders für Familien mit mehreren Mitgliedern, die von genetischen Faktoren betroffen waren, wurden die Kosten schnell unerschwinglich. Eine Familie konnte allein für den Bedarf an Brot mehrere Laibe pro Woche aufbrauchen. Die Unsicherheit über die Verfügbarkeit weiterer Produkte verstärkte die Verunsicherung. Einige Verbraucher berichteten, dass sie in lokalen Geschäften die Auswahl an glutenfreien Lebensmitteln stark einschränkt oder gänzlich verloren. Die Entfernung von glutenfreien Optionen in Supermärkten führte zu Frustration und Verzweiflung.
Die Industrie sah sich ebenfalls mit Herausforderungen konfrontiert. Hersteller beklagten, dass die steigenden Kosten und schrumpfenden Gewinnmargen die Investitionen in neue Produktentwicklungen erschwerten. Die Schwierigkeit, die Preise auf ein vergleichbares Niveau zu bringen, blieb bestehen, da die Kosten für die Einhaltung strenger Sicherheitsstandards und die Sortierung der Zutaten weiterhin hoch blieben. Die Verfügbarkeit von glutenfreien Produkten auf den Regalen nahm zudem ab, da diese Produkte bei neuen Lebensmittelstarts einen geringeren Anteil einnahmen.
Analysten betonten, dass die Erschwinglichkeit ein entscheidender Faktor blieb. Studien zeigten, dass acht von zehn Menschen Schwierigkeiten hatten, glutenfreie Grundnahrungsmittel zu bezahlen, während drei von zehn bewusst Lebensmittel konsumierten, die „möglicherweise Gluten enthalten“, um Kosten zu sparen. Die Entscheidung, ärztliche Verordnungen für glutenfreies Brot und Mehl in England zurückzuziehen, verstärkte diese Belastung für Haushalte. Es bestand die Sorge, dass höhere Energiekosten auf die Lebensmittelindustrie durchschlagen und die Preise weiter in die Höhe treiben würden.