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Politik

Grenzkontrollen verstärkt: Frankreich und das Vereinigte Königreich reagierten auf Reisechaos

Personalaufstockung an den Grenzen zur Entlastung der Reisenden

Frankreich und das Vereinigte Königreich einigten sich darauf, die Personalstärke an den Grenzkontrollen zu erhöhen. Diese Maßnahme erfolgte als Reaktion auf Warnungen vor Reisechaos, welches durch die Einführung neuer biometrischer Kontrollen wie Fingerabdruck- und Gesichtserkennungsprüfungen verursacht wurde. Experten befürchteten, dass die Störungen bei den Kanalüberfahrten am Beginn der Sommerferienzeit stark zunehmen würden, es sei denn, das System des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) werde korrigiert oder die Kontrollen würden ausgesetzt. Die Europäische Union lehnte die Forderungen nach einer Aussetzung des Systems jedoch ab.

Französische Beamte versicherten dem britischen Verkehrsminister Heidi Alexander, dass zusätzliche Mitarbeiter zur Entlastung der Warteschlangen eingesetzt würden. Am Sonntag verkündete Alexander zudem eine staatliche Finanzierung von 20 Millionen Pfund, um die Verzögerungen zu mindern. Das Verkehrsministerium erklärte, dass diese Mittel die Kapazität zur Bearbeitung von Fahrzeugen erhöhten, die Wartezeiten reduzierten und die Überlastung der Verkehrswege milderten. Alexander informierte ihren französischen Amtskollegen Philippe Tabarot, dass hohe Personalressourcen an den Grenzübergängen unerlässlich seien, um den Reisenden während der Sommerperiode reibungslosere Fahrten zu ermöglichen.

Die französischen Grenzpolizeien boten an, ihre Beamten auf britischem Boden zu entsenden, um die Passkontrollstellen in Dover, Folkestone und am Bahnhof London St Pancras, von wo aus die Eurostar abfuhr, besser zu besetzen. Die genaue Verpflichtung der französischen Seite hinsichtlich der Personalstärke blieb jedoch unklar. Das britische Verkehrsministerium betonte, dass hohe Personalressourcen an den Grenzübergängen wesentlich seien, um die Reiseerlebnisse der Reisenden zu verbessern.

Das britische Verkehrsministerium erklärte Alexander, dass die biometrischen Kioske, welche Fingerabdrücke und Gesichtsscans erforderten, nicht funktionierten. Die Behörden mussten stattdessen Fahrgäste in Autos manuell registrieren, während die französischen Stellen auf die Bereitstellung neuer Kioske und Tablets warteten. Alexander äußerte sich gegenüber dem EU-Kommissar für Verkehr und forderte ihn auf, sicherzustellen, dass die EU ihre Rolle bei der Reduzierung von Verzögerungen während der Hauptreisezeit erfüllte.

Der Hafen Dover berichtete, dass die EWR-Kontrollen zu Beginn der Sommerferienzeit vier Stunden und eine halbe Stunde Verzögerungen verursachten. Es erwartete fast fünfzig Prozent mehr Fahrzeuge durch Dover in diesem Sommer. Am kommenden Wochenende wurden etwa zwölf Tausend Autos pro Tag in Dover erwartet, was mehr als das Dreifache der üblichen Zahl darstellte. Die Europäische Union wies am Dienstag zwanzig „schwierige Stellen“ an, darunter Dover, auf, welche durch die neuen Kontrollen entstanden seien. Das neue System zielte darauf ab, die Schwachstellen der Grenzkontrollen zu beheben, die durch terroristische Anschläge in Brüssel und Paris 2015 und 2016 offengelegt worden waren. Seit April mussten britische Reisende, die in die Schengen-Länder ein- oder ausreisten, ihre Passdaten scannen und ihre Fotos sowie Fingerabdrücke abgeben.

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