FaktenBlitz
RSS
Zurück zur Übersicht
Wirtschaft

Hitze belastet Stromnetz: Großbritannien zahlt Millionen für Notstrom

Extreme Temperaturen führten zu Engpässen und erhöhten Energiepreise

Der Netzbetreiber Großbritanniens zahlte Millionen von Pfund für zusätzliche Stromerzeugung. Dies geschah, um einen drohenden Engpass bei der Energieversorgung am Mittwochabend zu vermeiden, da extreme Hitze den Energiesektor stark unter Druck setzte. Die nationale Energieversorgungsorganisation (Neso) musste sicherstellen, dass genügend Elektrizität zur Deckung der Nachfrage bereitgestellt wurde, als Haushalte Klimaanlagen und Ventilatoren in Betrieb nahmen.

Die Organisation zahlte mehr als viermal den üblichen Tagesdurchschnitt, um die Versorgung zu gewährleisten. Dies geschah nach einer Warnung, die am Dienstagabend ausgesprochen worden war, als die Generatoren aufgefordert wurden, zusätzliche Energie bereitzustellen. Die Warnung wurde am Mittwoch Nachmittag aufgehoben, nachdem der Betreiber beschloss, eine Vergütung pro Megawattstunde zu leisten. Diese Vergütung betrug fast 1400 Pfund pro Megawattstunde, was nahezu zwanzigmal höher war als der durchschnittliche Marktpreis im Vorjahr.

Die Ursache für die erhöhte Nachfrage lag in den extrem hohen Temperaturen, welche sowohl Großbritannien als auch den Kontinenten betrafen, kombiniert mit geringen Windgeschwindigkeiten. Diese Bedingungen beeinträchtigten die Erzeugung erneuerbarer Energien. Zudem erschwerte die Hitze die Kühlung von Kernreaktoren in Frankreich, da hohe Flusswassertemperaturen die Kühlprozesse erschwerten. Die Kombination aus steigender Nachfrage und sinkender Erzeugung trieb die Marktpreise auf multijährige Höchststände.

Am Dienstagabend wurden bereits einige Gasanlagen in Großbritannien fast vier Millionen Pfund bezahlt, um nur wenige Stunden lang Strom zu erzeugen. Dies geschah, als Millionen von Menschen während des Fußballspiels zur Klimaanlage und den Ventilatoren greiften. Die Hitze hatte eine Hochdruckzone über die Region gelegt, welche die Luftmasse gefangen hielt und die Windgeschwindigkeiten reduzierte, was die Erzeugung von erneuerbarer Energie dämpfte.

Die Folgen der Hitze belasteten zudem die Infrastruktur. Bahnunternehmen riefen Fahrgäste auf, nur bei zwingend notwendigen Fahrten zu reisen. Schulen wurden in Südengland und Wales geschlossen, und Arzttermine wurden abgesagt. Mehrere Gewerkschaften forderten Streiks an dem heißesten Tag, um die Belastung der Arbeitskräfte zu thematisieren. Obwohl es keine gesetzliche Höchsttemperatur für Arbeitsplätze gab, galt eine Mindesttemperatur von sechzehn Grad Celsius für Büros.

EnergieHitzeGroßbritannienStrommarkt

Teilen

𝕏 Twitter WhatsApp