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Wirtschaft

Grundsteuerdebatte: Wie die britische Regierung die Immobilienbesteuerung reformierte

Analyse der Optionen für eine flächendeckende Eigentumssteuer und die politischen Herausforderungen

Die Wohnimmobilie stellte in grossem Umfang den Vermögensspeicher im Vereinigten Königreich dar und wurde seit jeher zum Ziel jener, die eine höhere Besteuerung von Wohneigentum forderten. Andy Burnham suchte Wege, um die Kosten für die Überarbeitung des Sozialhilfesystems und höhere Verteidigungsausgaben zu decken. Die Frage, wie Eigentum oder das zugrundeliegende Land besteuert werden sollte, vexierte Ökonomen und Politiker seit Jahrhunderten. Dieser Artikel beleuchtet den Hintergrund der Debatte und die verschiedenen steuerlichen Optionen.

Aktuell bestanden die Hauptsteuern auf britischen Immobilien aus der Grundsteuer (Council Tax), der Grundstückssteuer (Stamp Duty Land Tax) und der Kapitalertragssteuer (Capital Gains Tax). Alle Einwohner zahlten die Grundsteuer basierend auf Werten aus dem Jahr 1991 in verschiedenen Stufen. Vermieter mussten Einkommensteuer auf Mietgewinne entrichten, während Unternehmen Gewerbesteuer auf den Mietwert ihrer Räumlichkeiten zahlten. Zusammen erfasste das Vereinigte Königreich mehr aus der Immobilienbesteuerung als jedes andere Land der OECD.

Die Kritik an der Grundsteuer sah vor, dass sie regressiv wirkte und besonders geringwertige Wohnungen stark belastete. Die Grundstückssteuer hingegen galt als progressiv, da sie höhere Immobilienwerte stärker betraf, während günstigere Verkäufe oft von der Steuer ausgenommen blieben. Zweitwohnsitze wurden sowohl von der Grundstückssteuer als auch von der Kapitalertragssteuer auf den Gewinn bei einem Verkauf erfasst.

Es existierten etwa 5,5 Billionen Pfund an Immobilienbesitz in Großbritannien im Jahr 2022. Berater von Burnham deuteten an, dass der Premierminister anstrebte, einen einzigen jährlichen Steuer auf das Eigentum einzuführen, basierend auf einer umfassenden Reform der Grundsteuer und der Abschaffung der Grundstückssteuer. Eine solche Neuregelung erforderte die Neubewertung aller Immobilien, was eine grosse Aufgabe darstellte, obwohl künstliche Intelligenz als wesentliche Unterstützung für diese Berechnung erwartet wurde.

Ökonomen bevorzugten eine Grundstückssteuer, da diese Eigentümer davon abhalten sollte, Verbesserungen vorzunehmen, die den Wert des Landes steigerten. Diese Steuer sollte auch Grundstücksentwickler bestrafen, die das Land ließen, ohne es zu nutzen. Eine Grundstückswertsteuer, die auf 1,28 Prozent des Wertes erhoben wurde und die Grundsteuer sowie die Wohnungs-Grundstückssteuer ersetzte, hätte nach Schätzungen von Tax Policy Associates etwa zwei Drittel der Haushalte entlastet und ein Drittel stärker belastet. Diese Steuer würde die Steuerlast auf höherwertige Objekte und Zweitwohnsitze verlagern.

Obwohl eine Umstellung der Besteuerung mit Herausforderungen verbunden war, argumentierten Befürworter, dass eine proportionale Eigentumssteuer von 0,48 Prozent, die für Zweitwohnsitze verdoppelt wurde, die Belastung für die meisten Haushalte senkte. Kritiker befürchteten jedoch, dass ältere Bewohner von grossen, teuren Wohnungen die höheren Gebühren nicht tragen konnten. Es zeigte sich, dass eine solche Umstellung kurzfristig zu einem Rückgang der staatlichen Einnahmen führen konnte, was die politischen Entscheidungen erschwerte.

In anderen Ländern zahlten Eigentümer beispielsweise in Frankreich die lokale Grundsteuer (taxe foncière) und zusätzlich die Steuer auf den Wohnsitz (taxe d’habitation). Der neue Premierminister hatte eine Überarbeitung der Immobilienbesteuerung im nächsten Haushalt ausgeschlossen, deutete jedoch auf weitreichende Reformen in den Jahren 2027 hin. Die Debatte um die Besteuerung von Land und Eigentum blieb somit ein zentrales Thema für die britische Politik.

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