Millionen von Spielern warteten jahrelang auf die Veröffentlichung von Grand Theft Auto VI. Nun nutzten Kriminelle diese große Erwartung, um Gamer durch gefälschte Angebote zu täuschen. Eine E-Mail erschien, die Spieler einlud, eine vorläufige Testversion des Spiels zu spielen, um Entwickler vor Fehlern zu warnen. Diese Einladung stellte sich jedoch als Betrug heraus, ein Phishing-Versuch, der auf die Ungeduld der Spieler abzielte.
Gerald Kasulis, Vizepräsident für globale Angelegenheiten bei der Cybersicherheitsfirma NordVPN, erklärte, dass Kriminelle die Dringlichkeit und Neugier der Spieler ausnutzten. Mithilfe von künstlicher Intelligenz konnten Betrüger offizielle Webseiten sehr gut imitieren. Spieler klickten auf die Links und glaubten, sie würden an einem offiziellen Beta-Test teilnehmen. Diese gefälschten Webseiten versprachen frühen Zugang zum Spiel und lieferten sogenannte „Beta-Schlüssel“ für die Konsolen Xbox und PlayStation 5.
Um Zugang zu dem Spiel zu erhalten, verlangten die Betrüger persönliche Angaben wie Namen, Adressen und Geburtsdaten oder die Zugangsdaten zu bestehenden Online-Spielen. Diese Informationen dienten den Tätern zur Weitervermarktung. In einem konkreten Fall entdeckten Forscher, dass die heruntergeladene Software Schadsoftware enthielt, welche die Betrüger mit dem Computer des Opfers verband. Dies ermöglichte den Tätern den Diebstahl sensibler Daten, wie beispielsweise Bankinformationen.
Die Betrüger richteten ihre Angriffe auch gegen Nutzer von PC und Android, obwohl für diese Plattformen keine offiziellen Pläne für das Spiel bekannt waren. Es existierte kein legitimes Beta-Testprogramm für Grand Theft Auto VI, weshalb Spieler jeglichen Angeboten für frühen Zugang skeptisch gegenübertreten sollten. Spieler sollten sich nicht von dem Drang beeinflussen lassen, das neue Spiel zu spielen. Wer Zugangsdaten auf verdächtigen Seiten eingab, musste diese umgehend ändern. Wer finanzielle Details preisgab, sollte diese bei seiner Bank melden und den offiziellen Betrugs-Melde-Dienst nutzen.