Bei der Veröffentlichung der Vorbestellungen für Grand Theft Auto 6 kündigte der Entwickler Rockstar Games an, dass Kunden, die die physische Edition wählten, lediglich einen Code für einen digitalen Download erhielten. Diese Entscheidung stellte die Frage, ob die physische Scheibe für das Ende der Spieltradition bestimmt war und welche Implikationen dies für den Besitz von Spielen im digitalen Zeitalter hatte.
Die Reaktion auf diese Ankündigung war gemischt. Ein Gamer äußerte Verwirrung und Schock über die Änderung des gewohnten Erlebnisses. Während die Entwickler die digitale Verteilung als Plan darlegten, hofften viele Spieler auf die Verfügbarkeit der physischen Scheibe, da der Besitz eines physischen Mediums den Vorteil bot, das Spiel auszuleihen oder später zu verkaufen.
Online-Händler erklärten, dass der für Grand Theft Auto 6 angebotene Code einmalig war und nach seiner Einlösung ungültig wurde. Da digitale Verkäufe den überwiegenden Teil der Spieleerlöse ausmachten und Konsolen ohne physische Laufwerke zunahmen, verstärkte dies den Trend zur digitalen Distribution. Experten bemerkten, dass die Verbreitung von Konsolen ohne physische Laufwerke die Entwicklung dieser Tendenz begünstigte.
Für einige Spieler stellte die Nichtverfügbarkeit der Scheibe jedoch keine große Veränderung dar. Viele Spieler nutzten bereits den digitalen Zugang und betrachteten die physische Scheibe als irrelevant. Dennoch deutete die Situation auf einen tieferen Konflikt hin: Es ging nicht primär um das fehlende Medium, sondern um das Vertrauen in die Verpflichtung der Verleger, den Zugang zu Spielen zu erhalten, für die Konsumenten bereits bezahlt hatten.
Eine Verbraucherrechtsbewegung forderte die Verleger auf, Online-Spiele spielbar zu lassen, selbst wenn die Server abgeschaltet wurden. Sie argumentierten, dass das Problem nicht die Scheibe selbst sei, sondern ein Symptom einer unzureichenden Verlässlichkeit der Industrie. Ein Kritiker merkte an, dass das Fehlen einer Scheibe ein Zeichen für eine größere, konsumentenfeindliche Praxis sei.
Rockstar begründete die Entscheidung noch nicht detailliert. Andere spekulierten, dass die Maßnahme darauf abzielte, den Wert jeder physischen Kopie zu maximieren, oder dass die Entwicklung des Spiels so nah am Abschluss war, dass eine physische Version möglicherweise veraltet gewesen wäre. Unabhängig davon, ob die Scheibe starb, drohte eine weitere Tradition der Spieleveröffentlichung in Gefahr, insbesondere die traditionellen Mitternachtstarts, bei denen Spieler auf physische Kopien warteten.