FaktenBlitz
RSS
Zurück zur Übersicht
Welt

Fährungsumfall in Guyana: Zehnertausende Tote befürchtet, Besatzung testete auf Marihuana

Suche und Rettung dauerten an; Ermittlungen wegen möglichen Vergehen eingeleitet

Dutzende Menschen wurden nach dem Kentern einer Fähre, die 133 Personen transportierte, vor dem Tod befürchtet. Der Unfall ereignete sich am Samstagabend vor der Küste Guyanas. Die Behörden deuteten auf den Konsum von Drogen durch die Besatzung hin. Eine Such- und Rettungsaktion wurde unverzüglich eingeleitet, um Überlebende zu finden.

Die Such- und Rettungsoperation verlief am Montag fortgesetzt. Bis zu diesem Zeitpunkt fanden die Einsatzkräfte jedoch nur 67 Personen, darunter fünfzehn Kinder, wieder. Der Kapitän und mehrere Crewmitglieder befanden sich in polizeilicher Obhut, wie der Minister für öffentliche Arbeiten Juan Edghill auf einer Pressekonferenz am Sonntag erklärte. Edghill versicherte, dass die Suche nach Überlebenden fortgesetzt werde, und versprach, alles in der menschlich möglichen Weise zu tun, um die Angehörigen zu finden.

Die MV Barima, die 116 Passagiere und 17 Besatzungsmitglieder trug, kentert etwa sieben Meilen vor der Küste des Nordatlantiks, auf dem Weg von Georgetown zum Dorf Port Kaituma. Die Notrufmeldung erreichte die Luftfahrtkontrolle gegen 23 Uhr am Samstag und löste die Such- und Rettungsaktion aus. Die frühen Reaktionen wurden durch die Dunkelheit und das Fehlen von Schiffen mit Scanner-Geräten, welche Überlebende suchen konnten, behindert. Die Retter waren auf Sicht und akustische Signale angewiesen.

Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass einige der geretteten Personen nicht auf der Passagierliste der Fähre vermerkt waren, was auf Ungenauigkeiten in der Passagierliste hindeutete. Zudem gab es Hinweise auf Mängel bei der Wartung der Reederei, da die nächste Trockendockung für das Jahr 2024 oder später angesetzt war. Der Minister Edghill lehnte anfänglich jegliche Fahrlässigkeit seitens des Fährbetreibers ab.

Ein Überlebender, Leon Murray, berichtete den lokalen Medien, dass er nach dem Kentern der Fähre schwimmen konnte und seine Familie fand. Er und sein Sohn überlebten, doch seine Frau, Tochter und vier Enkelkinder wurden nicht gefunden. Sechs Angehörige waren verschwunden. Der Premierminister Mark Phillips leitete zudem eine Untersuchung wegen möglicher Vergehen ein, die Mitglieder der Polizei, der Verteidigungskraft und der maritimen Verwaltungsbehörde betrafen. Er betonte, dass Verantwortliche für Fahrlässigkeit oder kriminelle Vergehen zur Rechenschaft gezogen würden.

GuyanaFähreUnfallMarhuanaRettung

Teilen

𝕏 Twitter WhatsApp