Die Geflügelbetriebe in Westaustralien ergriffen eine vollständige Sperrung, nachdem die Bestätigung erfolgte, dass die tödliche H5N1-Vogelgrippe auf dem Festland angekommen war. Die Ingham’s Group, der größte Hühnerproduzent Australiens, verkündete am Montag eine umfassende Betriebsstilllegung, obwohl keine kommerziellen Nachweise des H5N1-Virus vorlagen. Die Entscheidung folgte auf die Entdeckung des hochpathogenen Virus bei einem braunen Skua, der an einem abgelegenen Strand bei Esperance gefunden wurde. Zudem lieferte ein riesiger Petrel in derselben Region ein vorläufig positives Testergebnis ab, und es gab Berichte über über ein Dutzend kranker oder toter Vögel entlang der westlichen Küste.
Vor der Bestätigung der Ankunft des H5N1-Virus war Australien das einzige Kontinent, das frei von der Krankheit war, welche seit 2021 Millionen von Vögeln und Tausende von Meeressäugern getötet hatte. Die Ingham’s Group erklärte in einer Stellungnahme, sie ersuchte die Landesregierung, den Freilandhühnern den Aufenthalt im Freien zu untersagen, während jeglicher nicht wesentlicher Zugang zu ihren Betriebsabläufen gestoppt wurde.
Der Chefveterinär der Nation, Beth Cookson, teilte der Radio National ABC mit, dass das Virus weder in Wildtieren, noch in Geflügel noch in landwirtschaftlichen Systemen nachgewiesen wurde. Cookson betonte jedoch, dass die Behörden untersuchten, ob die infizierten Vögel die Krankheit auf andere Populationen übertragen hatten. Sie erklärte, der Ansatz sei es, aus der Erfahrung im Ausland zu lernen und praktische Maßnahmen zu erarbeiten, um die Auswirkungen so weit wie möglich abzumildern.
Die Aktien der Ingham’s Group sanken am Montag um 14 Prozent, wie Bloomberg berichtete. Der Aktienkurs war bereits in den letzten vier Monaten gesunken und verzeichnete im laufenden Jahr einen Rückgang von über 23 Prozent. Die Australian Financial Review berichtete am 1. Juni, dass das Unternehmen „tief in einer Umstrukturierungsphase“ befand, nachdem ein Vertrag mit Woolworths neu organisiert worden war.
Der Bundesumweltminister Murray Watt erklärte, dass Cookson und der Kommissar für gefährdete Arten, Dr. Fiona Fraser, die Landes- und Bundesumweltminister über das Virus am Montag informieren würden. Watt betonte die bisherigen Vorbereitungen: „Wir arbeiteten über die letzten Jahre sehr intensiv mit den Bundesstaaten, der Industrie, Umweltgruppen und Wissenschaftlern zusammen, um sicherzustellen, dass wir so gut vorbereitet wie möglich waren.“ Er fügte hinzu: „Als Regierung investierten wir 113 Millionen Dollar, einschließlich 11 Millionen Dollar im jüngsten Haushalt, in diese Vorbereitungsbemühungen. Ich bin daher zuversichtlich, dass wir die Systeme etabliert hatten und kooperativ mit den Staaten und Territorien arbeiteten, um diesen Ausbruch zu bewältigen, falls er ernster wurde.“