Ein Gefangener mit einer Muskelschwunderkrankung berichtete, er müsse im Gefängnis auf dem Boden kriechen, um Medikamente zu erhalten. Umer Khalid, 22 Jahre alt, wurde in Wormwood Scrubs in Westlondon festgehalten und erwartete ein Gerichtsverfahren wegen angeblicher Beteiligung an einem Einbruch. Khalid behauptete, er müsse aufgrund mangelnder Behandlung und fehlender Hilfsmittel auf dem Boden kriechen zu müssen, um medizinische Versorgung zu erhalten.
Khalid schilderte seine Situation als zutiefst entmenschlichend. Er erklärte, dass seine Arme und Beine so geschwunden waren, dass die Haut über die Knochen hing. Er berichtete, dass er aufgrund der fehlenden Bereitstellung eines Rollstuhls und Gehhilfen nicht ordnungsgemäß kriechen konnte. Er erwähnte, dass er mehrmals aus dem Rollstuhl fiel, als er versuchte, sein Zellengebiet zu erreichen, und dass er gezwungen war, auf dem Boden zu kriechen, um Medikamente zu bekommen.
Vor der Bereitstellung des Rollstuhls verpasste Khalid Termine bei seinem Neurologen und Physiotherapeuten, da er nicht dorthin gelangen konnte. Er betonte, dass er nur einmal in diesem Jahr einen Physiotherapeuten konsultiert hatte. Er berichtete auch von einem Vorfall, bei dem er nach einem Brandalarm auf dem Bett lag und die Gefängnisbeamten ihn lediglich ansahen und ihn dann verließen, da er zu schmerzhaft war, um den Notrufknopf zu drücken.
Khalid äußerte sich empört über die mangelnde Reaktion der medizinischen Fachkräfte. Er behauptete, dass Gesundheitsmitarbeiter seine Erkrankung übertrieben und diese Einschätzung den Gefängnisbeamten mitgeteilt hatten. Er forderte nun eine angemessene medizinische Behandlung, vollen Zugang zu einem geeigneten Rollstuhl sowie die Herausgabe aller seiner medizinischen Unterlagen für sein Rechtsteam.
Seine Mutter, Shabana Khalid, beschrieb den Zustand ihres Sohnes als „wie ein Skelett mit Haut, die über ihm hängt“, und drückte ihre Verärgerung aus. Eine Sprecherin des Justizministeriums erwiderte, dass die Gefängnisverwaltung alle Behinderungen versorgte und die Bedürfnisse aller Insassen bei ihrer Aufnahme bewertet wurden, wobei entsprechende Maßnahmen ergriffen wurden, um diese zu erfüllen.