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Wirtschaft

Hansons Gaspolitik: Norwegen-inspiriertes Modell stieß auf Widerstand

Ein Vorschlag zur staatlichen Beteiligung an Gasprojekten sorgte für Kritik in Industrie und Politik

Pauline Hanson verkündete eine Gaspolitik, die auf das norwegische Modell angelehnt war. Sie verurteilte die 25-prozentige Exportsteuer als „wirtschaftlichen Vandalismus“. Die Partei One Nation beabsichtigte, die umstrittene Steuer auf Offshore-Gasgewinne zu ersetzen und erlangte 30-prozentige Beteiligungen an neuen Unternehmungen, um den australischen Steuerzahlern „wesentlich höhere Erträge“ aus den Ressourcen zu verschaffen.

Der Vorschlag, dass die Commonwealth-Regierung an Gasprojekten mitbeteiligt, erregte Kritik und Zynismus von Regierung, Industrie und der Koalition. Diese äußerten den Vorwurf, One Nation importiere Ideen aus Venezuela. Hanson erläuterte die Politik auf einer Konferenz und betonte, dass die Öffentlichkeit „berechtigt unzufrieden“ war und Unruhe zunahm, da die Rückkehr der Besteuerung des australischen Öl- und Gassektors diskutiert wurde.

Anstatt die Petroleum-Ressourcenzertifizierungsteuer (PRRT), die sie als „Versagen“ bezeichnete, abzuschaffen, schlug Hanson ein Reglement für Lizenzgebühren für neue Projekte vor. Sie präsentierte zudem den norwegischen Ansatz: Unternehmen erhielten einen Rabatt von 30 Prozent auf die Erkundungskosten in Commonwealth-Gewässern im Austausch für eine Beteiligung von bis zu 30 Prozent an der Betriebsführung. Diese Regelung gewährte den Steuerzahlern einen Anteil an potenziellen Gewinnen, exponierte sie jedoch auch gegenüber finanziellen Risiken, die über Jahrzehnte andauern konnten, da die Mitbeteiligung von der Erkundung bis zur Stilllegung des Projekts andauerte.

Ein liberaler Politiker äußerte Skepsis gegenüber staatlich kontrollierten Öl- und Gasunternehmen. Er bezeichnete die Idee als eine Politik, die von Venezuela und Hugo Chávez entlehnt sei, nicht von Australien. Hanson wies den Vorwurf einer „sozialistischen Übernahme“ zurück und versicherte, dass die staatliche Investitionsgesellschaft keine tägliche Rolle bei der Führung der Partnergasgesellschaften innehatte. Die Industrie reagierte gemischt. Die Australian Energy Producers begrüßten Hansons Unterstützung für den Sektor und verteidigten die bestehende Steuerstruktur.

Demgegenüber lehnte der Minerals Council of Australia staatliche Beteiligungen an einer „reifen“ Industrie wie dem Öl- und Gassektor ab. Er argumentierte, dass Beteiligungen in etablierten Sektoren nicht sinnvoll seien. Auch die Ressourcenministerin betonte, dass die beste Zeit für Investitionen in diesen Teil der Industrie vor langer Zeit vergangen sei und man nicht zurückgehen könne. Der Oppositionsführer rief die Öl- und Gasindustrie auf, ihre Gegner herauszufordern und ihre Stimme zu erheben, um eine „Energieüppigkeit“ zu erreichen.

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