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Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrt: Mehrere Passagiere infiziert

Komplexe Evakuierung von über hundert Menschen; Gesundheitsbehörden warnen vor Übertragungsrisiken

Eine tödliche Hantavirus-Epidemie traf die Passagiere der Kreuzfahrt MV Hondius, die in Teneriffa gestrandet war. Eine französische Frau und ein amerikanischer Staatsbürger, die von dem Schiff evakuiert wurden, trugen den Virus. Die komplexe Operation zur Repatriierung der Betroffenen setzte am Montag fort, als die positiven Testergebnisse vorlagen.

Die französische Frau, die in eine spezialisierte Abteilung für Infektionskrankheiten in Paris gebracht wurde, zeigte am Montag einen ernsthaften Zustand. Die Gesundheitsministerin Stéphanie Rist berichtete, dass die Symptome der Frau über Nacht verschlechtert seien und die Tests positiv ausfielen. Ein amerikanischer Passagier, der mit sechzehn anderen Personen nach Nebraska geflogen war, testete ebenfalls positiv, wies jedoch keine Symptome auf. Die US-Gesundheitsbehörde stellte fest, dass ein amerikanischer Staatsbürger den Andes-Stamm des Hantavirus, den einzigen Stamm, der zwischen Menschen übertragen werden kann, trug, während ein anderer mildere Symptome zeigte.

Personal in vollständiger Schutzausrüstung begleitete die Reisenden von Schiff zu Land in Teneriffa. In weniger als 48 Stunden wurden über hundert Menschen aus 23 Nationalitäten evakuiert. Die spanischen Behörden bezeichneten diese Operation als „komplex“ und „beispiellos“. Die Gesundheitsministerien aller beteiligten Länder hatten von Beginn an Maßnahmen ergriffen, um mögliche Übertragungsketten zu unterbrechen. Es wurde festgestellt, dass die französische Frau keine erhöhte Temperatur bei der Untersuchung an Bord des MV Hondius hatte.

Mehrere Passagiere des Schiffes starben oder erkrankten an der seltenen Krankheit, die üblicherweise bei Nagetieren verbreitet ist. Da es keine spezifischen Impfstoffe oder Behandlungen für das Hantavirus existierten, das in Argentinien endemisch war, lag das Risiko für die globale öffentliche Gesundheit gering. Die Weltgesundheitsorganisation empfahl eine Quarantäne von 42 Tagen sowie eine aktive Nachverfolgung der Betroffenen.

Die französische Regierung betonte die Notwendigkeit höchster Wachsamkeit und kündigte eine 42-tägige Isolationsperiode an. Die Repatriierung operierte neunundvierzig Personen aus neunzehn verschiedenen Nationalitäten. Die Entscheidung, welche Passagiere zurückkehrten und welche nicht, erforderte eine sorgfältige Abwägung der Risiken und der medizinischen Lage.

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