Die Evakuierung des hantavirusbefallenen Kreuzfahrtschiffes MV Hondius steht vor erheblichen Verzögerungen, da schlechtes Wetter die Operation beeinträchtigen könnte. Die Behörden auf den Kanarischen Inseln warnten, dass die notwendige Operation zur Aufnahme, Beurteilung und Repatriierung der 149 Passagiere und Besatzungsmitglieder innerhalb von 24 Stunden nach Ankunft in Teneriffa abgeschlossen werden müsse. Diese Maßnahme wird von Spanien als eine beispiellose Operation bezeichnet, die auf eine internationale Gesundheitswarnung in 23 Ländern reagiert.
Die einzige zeitliche Möglichkeit für die Durchführung der Evakuierung beschränkte sich auf einen engen Zeitraum am Sonntagmorgen, bis die Wetterbedingungen sich am Montag änderten. Sollten die Bedingungen sich verschlechtern, musste das Schiff abfahren, was theoretisch eine erneute Operation erst Ende Mai ermöglichen würde. Das Schiff erwartete den Ankunftsort in Teneriffa am Mittag, wo nach Verhandlungen das Schiff nicht anlegen, sondern im südöstlichen Hafen von Granadilla ankerte.
Die Passagiere wurden auf dem Schiff untersucht und hatten keinen Kontakt zur lokalen Bevölkerung, bevor sie entweder repatriiert oder – im Falle der 14 spanischen Staatsbürger – in ein Militärkrankenhaus in Madrid zur verpflichtenden Quarantäne transportiert wurden. Die spanische Gesundheitsministerin betonte, dass die internationalen Protokolle eingehalten würden und die Maßnahmen auf dem Prinzip basierten, dass niemand dringende medizinische Hilfe benötigte.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte, dass das Risiko für die allgemeine Bevölkerung minimal sei, da das Virus primär durch sehr engen Kontakt verbreitet werde und keine Gefahr für die breite Öffentlichkeit darstelle. Es wurde festgestellt, dass die Gefahr nur für tatsächlich infizierte Personen bestand, und die Übertragung sei nicht vergleichbar mit der Verbreitung von Covid-19. Mehrere Personen erlebten den Ausbruch, darunter drei Todesfälle und vier bestätigte Infektionen, die in verschiedenen Ländern behandelt wurden.
Die spanischen und britischen Behörden untersuchten zudem zwei mögliche neue Fälle, wobei eine Verbindung zu einem anderen Fall in der Region Alicante hergestellt wurde. Die internationalen Gesundheitsbehörden versuchten intensiv, Kontakte zu verfolgen und zu überwachen, um mögliche weitere Übertragungen auszuschließen. Die lokale Bevölkerung zeigte sich zwar zunächst unbeeindruckt, doch es gab Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf die touristische Branche, was die Sensibilität der Situation unterstrich.