Weltweit laufen intensive Bemühungen, um Personen zu identifizieren, die von einem Kreuzfahrtschiff infiziert wurden, bevor ein Ausbruch des Hantavirus festgestellt wurde. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigte, dass fünf Fälle, darunter drei Todesfälle auf dem niederländischen Schiff MV Hondius, bereits verifiziert wurden. Die Gesundheitsbehörden in verschiedenen Ländern arbeiten fieberhaft daran, alle Personen zu verfolgen, die in engen Kontakt mit den betroffenen Passagieren und Besatzungsmitgliedern standen.
Die WHO betonte, dass dieser Hantavirus-Stamm nicht den Beginn einer Pandemie darstellte, wie es vor sechs Jahren bei Covid-19 der Fall war. Die Übertragung erfolgt primär durch direkten, intimen Kontakt. Angesichts der möglichen Inkubationszeit von bis zu sechs Wochen besteht jedoch die Möglichkeit, dass weitere Fälle gemeldet werden. Das Virus verbreitet sich typischerweise über Nagetiere, wobei Menschen durch das Einatmen von Luft gelangen, die mit Viruspartikeln aus Nagetierurin oder Kot kontaminiert ist.
Etwa hundertfünf Passagiere und Besatzungsmitglieder aus achtundzwanzig Ländern befanden sich ursprünglich an Bord des Schiffes. Zahlreiche Personen stiegen am 24. April auf der Insel St Helena aus. Die Suche nach den Kontaktpersonen erstreckt sich über zahlreiche Nationen, darunter Kanada, Deutschland, die Niederlande, die Schweiz, die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich.
In den betroffenen Ländern wurden spezifische Maßnahmen ergriffen. Im Vereinigten Königreich wurden drei britische Staatsbürger verdächtigt, während in den Vereinigten Staaten fünf Bundesstaaten Personen überwachten. Die US-Zentren für Krankheitskontrolle klassifizierten den Ausbruch als eine „Stufe 3“-Notfallreaktion. Auch in Deutschland und Frankreich wurden Personen identifiziert, die Kontakt zur verstorbenen Passagierin hatten, während in der Schweiz ein positiver Test für den Andes-Stamm des Virus erfolgte.
Die Logistik der Situation ist komplex, da das Schiff auf dem Weg zu den Kanarischen Inseln in Spanien liegt. Spanische Behörden erörterten die Möglichkeit, die Ankunft des Schiffes zu verhindern, während die Inselverwaltung Bedenken hinsichtlich möglicher gesundheitlicher Risiken äußerte. Die weiteren Ermittlungen dauern an, um die genaue Quelle des Ausbruchs zu klären und die Verbreitung des Virus einzudämmen.