Prince Harry und sechs weitere Persönlichkeiten erhoben eine Klage gegen den Verlag der Daily Mail. Sie beanspruchten eine Schadensersatzforderung von bis zu 50 Millionen Pfund, weil dieser nach ihren Behauptungen unrechtmäßige Methoden zur Beschaffung von Nachrichten angewandt hatte. Das High Court wies alle Ansprüche der Klägergruppe ab und stellte fest, dass die Kläger nicht nachweisen konnten, dass irgendeine Information unrechtmäßig erlangt worden war.
Das Urteil des Richters Nicklin signalisierte wahrscheinlich ein Ende neuer Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der Ära des Telefon-Hackingskandals. Das Gericht lehnte die Schlussfolgerung ab, dass eine Nachricht unrechtmäßig erlangt worden sei, wenn ein legitimer und realistischer Weg zur Beschaffung der Information existierte. Zudem wies das Gericht die Vermutungen zurück, dass hochrangige Persönlichkeiten beim Mail, darunter der ehemalige Herausgeber Paul Dacre, während der Leveson-Untersuchung zu Presseethik lügten, da Dacre erklärte, dass beim Papier keine Hacks stattfanden.
Die Klägergruppe, bestehend aus Harry, Doreen Lawrence, Elton John, Elizabeth Hurley und Simon Hughes, warf dem Associated Newspapers Ltd (ANL) vor, über mehrere Jahre hinweg „eindeutige, systematische und anhaltende Nutzung unrechtmäßiger Informationsbeschaffung“ betrieben zu haben. Das Unternehmen bezeichnete die Klagen als „lästig“ und „unbegründet“ und argumentierte, dass Nachrichten stets legitim von Redakteuren oder aus den sozialen Kreisen von Prominenten gewonnen wurden.
Der Herausgeber Dacre äußerte sich nach dem Urteil als „Konspiration“, die von Kampagnen für Presseregulierung organisiert worden sei, um ein Papier „zu zerstören“. Er zeigte Sympathie für Harry und betonte, dass die Daily Mail für seine Mutter Diana, Prinzessin von Wales, wichtig gewesen sei. ANL versuchte, seine Kosten aus dem umfangreichen Verfahren zurückzuerlangen und betonte, dass das Urteil einen „überwältigenden Sieg“ für die Daily Mail und die Presse im Allgemeinen darstellte.
Ein Sprecher des Verlags erklärte, dass die Anschuldigungen, die vor vier Jahren erhoben worden waren – wie das Einpflanzen von Geräten in Autos und Wohnungen oder das unrechtmäßige Abhören von Anrufen – keine glaubwürdigen Beweise enthielten. Er betonte, dass die Reputation der Redakteure angegriffen worden sei, aber heute rehabilitiert worden. Das Gericht zeigte klar, dass jeder einzelne Artikel legitim beschafft worden war.
Die Klage der Kläger wurde durch die Aussage eines Schlüsselzeugen, Gavin Burrows, erheblich geschwächt. Burrows hatte vor seiner Verhandlung erklärt, dass seine Aussage eine Fälschung sei und er keine illegalen Aktivitäten für die Mail begangen habe. Der Richter stellte fest, dass Burrows als Zeuge umfassend untergraben worden war und keine unabhängige Bestätigung für seine Behauptungen existierte. Die Daily Mail verteidigte alle Anschuldigungen und behauptete, dass alle Artikel das Ergebnis legitimer journalistischer Arbeit seien.