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Wirtschaft

Heathrow: Regulator prüft Wettbewerb bei Erweiterungsprojekten

CAA-Vorschlag erlaubt anderen Firmen den Bau von Startbahn und Terminal

Die britische Luftfahrtregulierungsbehörde (Civil Aviation Authority, CAA) legte einen neuen Vorschlag vor, der die Regulierung der Kosten und des Betriebs von Heathrow grundlegend veränderte. Die Behörde stellte die Möglichkeit infrage, dass Heathrow andere Unternehmen erlaubte, Teile des langwierigen Erweiterungsprojekts zu entwerfen, zu bauen und zu betreiben. Dies geschah unter der Prämisse, dass konkurrierende Angebote die Baukosten senken und die Effizienz steigerten. Dieser Ansatz zielte darauf ab, direkten Wettbewerb zwischen Heathrow und alternativen Entwicklern zu fördern.

Der radikalste Vorschlag der CAA, der eine spezielle Genehmigung der Regierung erforderte, erlaubte einem anderen Entwickler, eigene Terminals auf Heathrow zu errichten und zu betreiben. Dieses Modell ähnelte einem Schema, das am Flughafen JFK in New York umgesetzt worden war. Diese Überprüfung der regulatorischen Modelle zielte darauf ab, die Struktur zu ändern, die die Kosten des Flughafens und die Verantwortung für die Expansion bestimmte.

Im vergangenen November unterstützten Minister die Pläne für die Inbetriebnahme der dritten Startbahn bis 2035, während gleichzeitig das Angebot der Arora Group in Betracht gezogen wurde. Dennoch suchte der Flughafenbetreiber weiterhin die formelle Planungsgenehmigung für den Beginn der Bauarbeiten bis 2029. Parallel dazu suchte Philip Jansen, der neue Vorsitzende von Heathrow, Gespräche mit Airlines und dem Vorsitzenden der Arora Group, Surinder Arora, um die Pläne zur Erweiterung voranzutreiben. Hierbei bestand eine Debatte darüber, wie die Kosten des Projekts für Fluggesellschaften, Einzelhändler und letztlich die Passagiere verteilt werden sollten.

British Airways dominierte Heathrow mit über 50 Prozent der Startslots. Luis Gallego, der Vorstandsvorsitzende der Eigentümergesellschaft von British Airways, forderte, dass die Kosten für die dritte Startbahn und die damit verbundenen Arbeiten auf 30 Milliarden Pfund begrenzt werden mussten. Heathrow, das als einer der teuersten Flughäfen Europas galt, lehnte im März die Pläne der britischen Luftfahrtregulierungsbehörde ab, die die Fluggebühren zur Finanzierung einer umfangreichen Modernisierung signifikant erhöhen wollte.

Die Arora Group förderte ihr eigenes 25-Milliarden-Pfund-Erweiterungsprogramm und war Teil von Heathrow Reimagined, welches auch British Airways und Virgin umfasste. Arora betonte die Notwendigkeit des Wandels: „Vor zwei Jahren war Wettbewerb bei Heathrow nicht in Aussicht gestellt, und nun ist er sehr lebendig, weil der Anlass für eine Veränderung so stark ist“, erklärte er. Die CAA räumte ein, dass die Umsetzung eines Modells mit konkurrierenden Bietenden Schwierigkeiten bereiten konnte, betonte jedoch, dass es die Förderung von Wettbewerb und Effizienz ermöglichte.

Heathrow warnte jedoch davor, dass die Vorschläge die Bemühungen zur Erweiterung des Flughafens und zur Schaffung von Wachstum untergraben könnten. Ein Sprecher des Flughafens betonte, dass wirtschaftliches Wachstum entscheidend sei, um die Kostenkrise zu bekämpfen. Er unterstützte Reformen, die Effizienz steigerten und Investitionen fließen ließen, lehnte jedoch Vorschläge ab, die die Bemühungen zur Verbesserung des Flughafens für die Verbraucher verzögerten oder die notwendigen wirtschaftlichen Wachstumsziele behinderten.

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