Im Sommer 2019 plante eine Autorin eine Recherche über die Kühlstrategien der Stadt Paris. Diese Idee entpuppte sich als unbefriedigend, da die Maßnahmen keine wirkliche Linderung boten. Die Stadt erlebte jedoch eine katastrophale Hitzewelle, die die schlimmste Periode in der Geschichte des Landes darstellte und Tausende von Menschen tötete. Die Autorin, die sieben Monate schwanger war, sah sich damit konfrontiert, wie die extreme Hitze die gesellschaftlichen und gesundheitlichen Strukturen aufzehrte.
Die Angst vor der Geburt im Sommer, in einer Umgebung, die nicht für Hitzewellen ausgelegt war, dominierte die Situation. Während die Stadtverwaltung auf extreme Wetterereignisse reagierte, versagte die Infrastruktur. Freunde suchten Schutz in klimatisierten Unterkünften, doch diese Optionen blieben für die meisten schwangeren Frauen unerschwinglich. Die Priorität lag klar auf der Vermeidung der Geburt, was die Notwendigkeit adäquater Vorsorgemaßnahmen verdeutlichte.
Die täglichen Erfahrungen zeigten die mangelnde Reaktionsfähigkeit der öffentlichen Dienste. Am Morgen des dritten Tages wurden Menschen in der Hitze draußen in Warteschlangen gehalten, während andere Opfer von Hitzschlag meldeten. Die Notfälle überforderten die Systeme, und die Todesfälle stiegen rapide an. Die Medien berichteten über eine Reihe von Herzinfarkten und Todesfällen in der Region, was die akute Gefahr für die Bevölkerung unterstrich.
Die Autorin beobachtete, wie die Klimakrise in ihrer unmittelbaren Umgebung sichtbar wurde. Sie sah die Auswirkungen auf die Obdachlosen und die Unfähigkeit der Krankenhäuser, Patienten zu versorgen. Die Todeszahlen stiegen auf tausend, und die Zahl der Ertrinkungsfälle erreichte 74. Diese Zahlen zeigten, dass die Klimakrise nicht nur ein globales Phänomen war, sondern eine unmittelbare Bedrohung für die Verwundbarsten.
Die Autorin äußerte ihre wachsende Empörung über die politische und wirtschaftliche Verwicklung. Sie kritisierte die Profitgewinne von fossilen Brennstoffunternehmen und die Priorisierung von Datencenter-Bauprojekten durch die Technologiebranche. Trotz lokaler Maßnahmen fühlte es sich an, als ob die Verantwortlichen der globalen Erwärmung die Gesellschaft im Stich ließen. Der französische Präsident Emmanuel Macron betonte, dass die Anpassung an eine solche Hitzewelle unmöglich sei, solange keine adäquate Entsprechung in Europa existierte.
Die Autorin schloss mit der Erkenntnis, dass die persönliche Überlebensgeschichte nur ein Symptom für ein tiefgreifendes Versagen der globalen Klimapolitik war. Sie verließ die Erfahrung mit einem Gefühl der Wut und der Erkenntnis, dass die Verantwortung für die Bewältigung der Krise nicht allein bei den Betroffenen lag, sondern bei den Entscheidungsträgern.